Doha

7:58 AM Saturday, May 1, 2010






Osaka

5:27 AM Wednesday, April 28, 2010

Habe mir heute die 2.5 Millionen Stadt Osaka angeschaut, und mir sehr wenig vorgenommen, und auch wenig gesehen. Die ersten drei Fotos stammen vom Skytower, der nahe Osaka-Station steht. Im 50 Stock gibt es eine abenteuerliche Rolltreppe quer durch das Triumpfbogenähnliche Gebäude. Vom Dach aus sieht man dann, das die Hochhäuser teilweise um Strassen herum gebaut werden, oder sind es die Strassen, für die man Tunnels durch Hochhäuser baut? Osaka verdient sicher einen längeren Aufenthalt als einen Tag, da jedoch mein Railpass ausläuft, musste ich heute Abend wieder in Tokyo sein. Das Wetter war wunderbar, und deshalb konnte ich auf dem Rückweg nach Tokyo den sehr eindrücklichen Mt.Fuji sehen. Ihr seht schon, meine Schreiblust neigt sich ein bisschen dem Ende zu, ebenso wie meine Reise nach Asien.





M - A - S - H

11:13 PM Sunday, April 25, 2010

M - A - S - H steht für die vier Städte die ich in den letzten zwei Tagen besucht habe, Miyazaki/Aoshima, Shimonoseki und Hiroshima. Leider hat der viele Regen (ausser in M/A), mir die Tage ziemlich verdorben, und ich glaube langsam ich habe den mittleren Norden Japans noch nie sonnig erlebt. Miyazaki und Aoshima sind dagegen ganz im süd-osten, und erinnern mit ihren Palmboulevards an Miami Beach. In Aoshima gibt es eine klitzekleine Palminsel, die von bizarren Felsoformationen umgeben ist. Jedes Detail dieser Felsen scheint Handgemacht zu sein. Vom süd-osten bin ich danach in einer Herkulesfahrt nach Shimonoseki gereist, wo ich ein tolles Aquarium, eine grosse Brücke und einen Aussichtsturm angeschaut habe. Auf dem Weg nach Osaka bin ich in Hiroshima ausgestiegen und habe mir das Peace memorial Museum angeschaut. Ziemlich niederschmetternd, und ich war froh, dass es auch noch ein Kunstmuseum gab. In der Folge ein paar unmotiviert zusammengestellte Fotos, auch eines der unzähligen Hotelzimmer die ich in Japan besucht habe (Hostel und Hotel machen hier preislich keinen grossen Unterschied).







Yakushima

4:46 AM Friday, April 23, 2010

Yakushima ist eine der nördlichen der Inseln im Süden von Japan und mit dem Boot zwei Stunden südlich von Kagoshima. Die Insel ist die Heimat der Yaku-sugi-Bäume, 3000-7000 Jahre alte Zedern. Ein paar hundert von ihnen, jeder einzelne liebevoll mit einem Namen versehen, stehen im wilden Urwald in der Mitte der Insel, ab etwa 1000 m.ü.M. Unter Locals sagt man, dass es auf Yakushima 35 Tage im Monat regnet, deswegen habe ich in weiser Voraussicht die trockensten Tage der Woche für diesen Ausflug gewählt. So war das Wetter dann, wenn auch flockig bewölkt, trocken und heiter. Nach Übernachtung im Hostel nahm ich am nächsten morgen den Bus in den Nationalpark, und machte mich auf eine 4 Stundenwanderung auf einem der Trails. Diese führte durch Moosbewachsene Steingärten und knorrige Bäume durch den Urwald. Rehe und Affen, welche beide auf dieser Insel keine natürlichen Feinde haben, tummelten sich scheulos neben dem dem Weg. Und dann waren da noch die sehr eindrücklichen, uralten Zedern. Es ist schon ein seltsames Gefühl wenn man neben etwas lebendigem steht, dass schon 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat. Diese Urwaldriesen waren wegen ihres Formates ein bisschen unpraktisch zum fotografieren. Auf dem Gipfel jedoch erwischte ich zwei der zahlreichen Homo Sapiens Japanensis, die, wahrscheindlich als Reaktion auf den Kamerareiz, wie verückt anfingen, ihr Outdoor Outfit zur Schau zu stellen. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber da die gesamte Bergpopulation der ebengenannten Spezies Leggins, Wanderstöcke und Hut trug, wird dies wohl eine Art sein, eine hohe Wandererfahrung zu signalisieren. Wer nach dieser Wanderung nicht gemerkt hat, das „Gonnichiwaa“ soviel wie „Grüezi“ bedeutet, hat definitiv etwas falsch gemacht. 24 Stunden nach meiner Ankunft bekam ich den Inselkoller und nahm die Fähre zurück nach Kagoshima.







Kagoshima

5:59 PM Wednesday, April 21, 2010

Kagoshima ist die südlichste Metropole von Japans vier Hauptinseln und das Stadtbild wird von Sakura jima dominiert , dem Vulkan, der gegenüber der Bucht liegt, und seit 1955 konstant Asche und Lava spuckt. In Kagoshima hat es (zwar bei 24°, aber wem nützt das?) den ganzen Tag geschüttet, sodass ich mir das Aquarium, mit einem 5 m Walhai als Hauptattraktion, angeschaut habe. Dort testete ich die Lichtempfindlichkeit meiner Kamera mit erfreulichen Resultaten. Ich konnte mich nicht für eines der beiden Quallenbilder entscheiden, also stelle ich beide rein, einmal mit natürlichen, und einmal mit invertierten Farben. Danach bin ich doch noch ein bisschen rumgelaufen, habe aber schnell wieder aufgegeben, da man nicht mal nach Sakurajima rübersehen konnte und ich trotz Regenschirm klatschnass wurde.

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Shimabara Stadt bietet dem Besucher, ausser dem Fährenanschluss von der Shimabara Halbinsel nach Kumamoto aufs Festland, ein schmuckes Castle mit einer imposanten Mauer und einem liegenden Buddha inmitten eines schönen Friedhofs. Ausserdem steht ungefähr fünf Kilometer neben der Stadt der 1990 entstandene, und demnach jüngste Berg Japans, der rauchende Lavadom Mt. Heisei Shinzan. Dieser schaut ziemlich furchterregend drein und ist ein Nebenläufer des Hauptvulkans und Ursprung der Halbinsel, Mt. Unzen. Unzen klingt wie Onsen, hat aber nichts damit zu tun, hilft mir aber für den Übergang zu meinem Tagesausflug. Dieser führte mich nach Unzen, ein Dorf, gespickt mit Onsen (verwirrt? - ich auch). Wenn man in Unzen ankommt, wird man von sulphurstinkenden Dampfschwaden empfangen. Das ganze Dorf ist auf und um die Wasserdampfspeienden Quellen gebaut. Zur Zeit der Christenverfolgung wurden ebendiese in die zischenden, Geysirartigen Gewässer geworfen, heute sind es nur noch rohe Eier. Zwei davon, natürlich nach dem Garprozess, habe ich mir genehmigt. Übrigens begegnete ich bei den heissen Quellen einem Reisebus voll Chinesen, und ich bin ziemlich über die schreiende, rülpsende und herumrennende Horde erschrocken. Wie unangenehm muss das erst den Ruhe und Etiketten liebenden Japanern vorkommen, die die Chinesen sowieso nicht besonders mögen? Das Wetter ist seit drei Tagen bewölkt, die Temperaturen sind aber sehr angenehm, sodass man in einem Pulli rumlaufen kann ohne zu schwitzen oder frieren. Gegen Abend machte ich gings mit der Fähre zum gegenüberliegenden Kumamoto.







Nagasaki liegt wunderschön langgezogen in grünen Hügel gebettet, und gäbe es eine schöne Strandpromenade anstatt dem hässlichen Hafen, es wäre ein sehr idyllischer Ort. Eigentlich sollte am 9. August 1945 „Fat Boy“, die grössere der beiden jemals über bewohntem Gebiet abgeworfenen Atombomben, Kokura treffen. Wegen schlechter Sicht wurde das sekundäre Ziel Nagasaki gewählt, doch das eigentliche Ziel, die Mitsubishi Waffenfabrik, wurde verfehlt. Mit einem Augenblick wurden 75‘000 Menschen in den Tod gerissen, und ebenso viele sind in der Folge gestorben. Beim Hypozentrum der Bombenexplosion steht ein Denkmal, und wenn man die Bilder betrachtet, die den Ort nach der Explosion zeigen, packt einem die nackte Angst. Ein paar hundert Meter neben dem Hypozentrum gibt es ein Friedensdenkmal, dass 10 Jahre nach dem Bombenabwurf errichtet wurde. Es ist leider nicht wirklich eine Schönheit, trotzdem ist es ein sehr denkwürdiger Ort. Im Tram zurück zum Bahnhof sass ein mir ein Mann gegenüber, der offensichtlich an den Folgen der Strahlung zu leiden hatte. Ich fühlte mich, als potenziell amerikanisch aussehender Europäer, ziemlich betroffen, und hatte in dieser Stadt ständig das Gefühl, dass einem die älteren Leute wehmütig/verzweifelt betrachten. Die Stadt hat sichtlich Narben, die auch nach 65 Jahren noch nicht verheilt sind.







Fukuoka/Hakata

4:22 PM Monday, April 19, 2010

Nach 4 Tagen mehr oder weniger Landleben, wird mir der krasse Kontrast zwischen Stadt und Land hier in Japan erst richtig bewusst. Fukuoka scheint die Stadt der schicken und schönen zu sein, und ich fühle mich mit meinem Traveller outfit mindestens drei Stufen „underdressed“. Fukuoka, oder auch Hakata (die Städte sind 1889 zusammengewachsen), ist eine Hafenstadt, eine Partystadt, mit mediteranem Flair. Bei starkem Regen besuchte ich am Abend für ein Nachtessen das Shopping quartier schlechthin, Tenji, nur um danach in den endlos scheinenden Einkaufskatakomben, die zwischen zwei U-bahn stationen liegt und diese auch verbindet, zuflucht zu suchen. Den trüben Morgen verbrachte ich im Ohori-koen Park, der einen romantischen, künstlich angelegten See, mit Brücke und Insel, und ein Jogging-Track rundherum beherbergt. Ebenfalls im Park findet man das Fukuoka Museum of Art ,dass mit seinem 70er Jahre Stil den Eindruck vermittelt, man befände sich in einer Uni-Mensa. Nichtsdestotrotz findet man darin unter anderem einen Miro, einen Dali, einen Chagall und ein Warhol, und besonders eindrücklich war das Bild von Kasutomo (http://www.fukuoka-art-museum.jp/english/ec/html/ec02/fs_ec02.htm). Danach fing es an zu regnen, und ich beschloss den Zug nach Nagasaki zu nehmen.






Ich bin froh habe ich die Chance gepackt und mir gestern noch ein zweites Caramelchöpfli rausgelassen, den dieses mit einem heissen Kaffee aus der Dose ergibt eine exzellente Frühstücks-Combo. Die südliche Westküste Japans ist einfach wunderschön, um mit dem Zug entlang zu fahren, und es tut mir Leid, dass ich euch die Fotos wegen Reflexionen und Fahrtbewegung nicht antun kann. Hagi liegt dann eine Stunde Zugfahrt südlich von meinen Nachtlager, und ist bekannt dafür, eine ziemlich original erhaltene Castle-town (wie soll man das Übersetzten?) an der Küste zu sein. Viel habe ich von dieser Altstadt jedoch nicht gesehen. Oder vielleicht kann ich in meiner Ignoranz alte japanische Häuser nicht von neuen, nachgemachten unterscheiden. Irgendwie sehen für mich alle gleich aus. Macht nichts, das Städchen liegt an einer Bucht am Japanischen Meer und ist sehr schmuck, hat einen Strand und einen ins Meer ragenden Hügel, an dessem Fuss die Ruinen einer Burg zu sehen sind. Zwischen Burgruine und Hügel erstreckt sich eine sehr ruhige Parkanlage, und auf dem 134m hohen Hügel findet man ebenfalls Mauerruinen und durch das Blätterwerk der knorrigen Bäume einen Ausblick auf die Stadt. Überall in Japan findet man Monumente, auf denen geschichtliche Ereignisse festgehalten werden. Eines mit besonders schöner Inschrift datierend aus dem Jahr 1770 fand ich auf dem Weg zum „Gipfel“. Mit dem Velo (übrigens im vergleich zu China, wo die Velos immer im Topzustand waren, eine Klapperkiste) gings danach 4 km die Strandstrasse hoch zu einer kleinen vulkanischen Halbinsel. Am Fusse dessen liegt eine malerische Lagune mit grossen Salzwasserfischen. Als ich da ankam, sah ich ziemlich viele Bussarde über der Lagune, und fragte mich was die da suchten. Die Frage wurde beantwortet als ich mein Mittagessen auspackte. Sofort war ich von einem Schwarm der Raubvögel umgeben (Video), und einer riss mir im Sturzflug mein Fleischklösschen aus der Hand. Die Vögel waren ziemlich schlau, und sobald ich das Essen zur Seite und den Fotoapparat in die Hand nahm, waren sie weg. Zudem liessen sie sich mit ihren Adleraugen nicht von Tannzapfen und derlei täuschen.

Die Diskrepanz, ja der Kulturschock zwischen Lokalzug und Shinkansen könnte nicht grösser sein als in Asa, dem Städtchen durch das mich meine Reise von Hagi nach Fukuoka führte. Wenn man den Lokalzug, eine Art Dieselmotor betriebener Hybrid aus Lokomotive, Bus, Tram, auf Schienen fahrend, vollgestopft mit Schulkindern in Uniform und alten Damen auf einer ihrer weniger Reisen in dichter besiedelte Gebiete, verlässt, wird man über eine High-tech Überführung zum Shinkansen Terminal geleitet, dass auf einem 20 m hohen Aquädukt die Landschaft durchreisst. Der High-Speed Zug fährt wie ein sanfter Riese geraüschlos ein, und auf dem reservierten 1. Klasse Sitz findet man sich zwischen Businessman und schicken Tussis wieder. Das einzige was einen an Asa daran erinnert, dass man sich wohl immer noch auf dem Land befindet ist, ist die die schüchtern kichernde Bahnhofangestellte, der man anmerkt dass nicht jeden Tag ein Ticket an einen nicht-Japaner verkauft.









Tsuwano

4:36 AM Sunday, April 18, 2010

Von Matsue nach Tsuwano geht es 3 Stunden an der Küste südwärts. Zerklüftete Felsen im Meer, verschlafene Fischerdörfchen, weisse Sandstrände und wilde Buchten; ich liebe den Railpass. In Tsunawo angekommen, fand ich mich in einem 9000 Seelendorf, wo man nicht mal an der Touristeninformation ein Wort Englisch spricht. Wirklich alles war in japanisch angeschrieben, und ich fühlte mich, dank der unfähigkeit der Japaner zur Handkommunikation, hilfloser als in China. Ich hatte unglaublich wenig Lust da zu Übernachten, deshalb schloss ich mein Gepäck in ein Schliessfach am Bahnhof und erkundigte das Dorf zu Fuss. Ein sehr hübsches Dorf, muss man sagen. Neben der Haupstrasse schwimmen oberschenkelgrosse Karpfen in den Kanälen, die die Anzahl Einwohner wohl locker überschreitet. Die Hügel, die das Tal flankieren erinnern, mal abgesehen von den allgegenwärtigen Bambuswäldern, stark an den Jura, und auf einem von ihnen stand einstmals ein Schloss, von dem jedoch nur noch die Grundmauern zu sehen ist. Diese erreicht man ziemlich einfach über einen, sagen wir mal putzigen Einer-Sessellift, dessen Maximalhöhe ein Meter über dem Boden ist, und dessen Geschwindigkeit es erlaubt, dass jeder Sitz vor dem hinsetzen vom Liftwart abgewischt werden kann. Auf dem Hügel fand ich dann auch die violett blühenden Büsche wieder, und konnte sie aus der Nähe anschauen. Es muss wohl eine Art Rhododendron sein. Zurück am Bahnhof, gönnte ich mir zur Feier des Tages kopfschüttelnd ein „Caramelchöpfli“ aus der Dose; und es schmeckt, tataaa, wie ein Caramelchöpfli. Danach setzte ich mich wieder in den Zug und fuhr nach Masuda, wo ich die Nacht verbrachte.

Hier eine kleine Ansage zu Onsen. Onsen sind heisse Quellen (direkt übersetzt heisses Wasser). Im allgemeinen meint man damit aber die Bäder, die darauf gebaut werden. Bei uns ein Luxus, gibt es sie in diesem tektonisch unterprivilegierten (oder überprivilegierten?) Land in jedem kleinsten Dorf. Die Japaner sind verrückt danach, man kann sich das etwa so vorstellen wie die Saunas in Finnland. Alle Onsen sind nach Geschlecht getrennt, und wenn man reinkommt, findet man Schliessfächer, in denen man seine Wertsachen deponieren kann. Man nimmt sich ein kleines vorhandenes Handtuch, und danach duscht man sich in kleinen, halboffenen Abteilen, in dem man sich auf einen Plastikhocker setzt. Das Wasser in den Onsen ist 40° oder mehr, sodass zumindest ich es nie länger als 5 minuten darin aushalte. Danach kann man sich wieder Duschen (Seife, Shampoo immer vorhanden), einen Schluck kaltes Wasser trinken - dass beste Heilmittel für sightseeing-müde-Knochen. In Onsen wird nackt gebadet, was sehr praktisch ist, da man sozusagen immer und überall in Onsens gehen kann, ohne ein Badehosen dabei zu haben.