Goodbye KK

2:41 AM Saturday, February 27, 2010

Eine lange Bussfahrt am letzten Tag in Sabah. In Kota Kinabalu angekommen, habe ich mich für euch (und natürlich für mich) nochmals auf den Nachtmarkt begeben. In der Folge ein Film vom Fischmarkt, und ein paar Fotos. Geniesst es!





Bilder vom Markt und der Stadt:
















Danum Valley

1:38 AM Thursday, February 25, 2010

Danum Valley – ein 483km2 grosser, primärer Regenwald, umgeben von 10000km2 mehr oder weniger geschützte Fläche, welche auch einen wichtigen link zum Maliau-Basin herstellt. Das Legendäre Maliau-Basin wurde das erste mal 1982 (ob es von Ureinwohnern besucht wurde oder nicht ist nicht bekannt) vom Menschen betreten, und deshalb auch zurecht The lost World genannt. Um dahin zu gelangen, muss man ziemlich tief ins Portemonnaie greifen, also keine alternative für mich. Noch kurz ein Wort zum umgebenden Wald: Die ganze Fläche wird von einer halbstaatlichen Gesellschaft gemanaged, und in dieser Zone wird zum Teil extensiv geholzt und Palmöl angebaut. Um euch ein kleines Bild zu verschaffen was zum Beispiel aus der „reduced impact logging area“ rausfährt, habe ich auf dem Hinweg ein Bild aus dem Minivan gemacht (Bild 1). Ironischerweise werden die geschützten Flächen teilweise durch Gelder aus dieser Kommerzialisierung des Waldes finanziert. Zusammengefasst, um zum Danum Valley field center zu gelangen, muss man als normalsterblicher X Formulare ausfüllen, drei Sicherheits-checkpoints durchfahren und auf die Bibel schwören dass man nichts aus dem Wald mitnimmt, während logging-trucks vollbeladen aus dem Gebiet rausfahren.

Das Danum Valley field center befindet sich am Rand der geschützten Zone, und doch, auf dem Weg dahin sieht man doch hauptsächlich Wald links und rechts. Es fängt dann schon an zu kribbeln wenn man die Urwalriesen sieht, und die Vorfreude wächst mit jedem Kilometer. Am Abend kurz vor dem Eindunkeln dann das ersehnte Schild: Danum Valley field center (Bild 2), und eine beeindruckende Geräuschkulisse, auf die ich noch weiter unten zurückkomme.



Am nächsten morgen konnte ich eine Familie Red leaf monkey (Bild 3) beim Blätterfrühstück beobachten. Diese Aeffchen mit dem Wuschelkopf möchte man am liebsten nach Hause nehmen. Danach habe ich mich auf eine Tour um das Center gemacht, habe eine Baumplattform bestiegen (Bild 4), und bei Plattform eins auf 25 meter das Muffensausen bekommen. Also zurück, noch einen Aussichtsturm bestiegen und dann Mittagessen.
Am Nachmittag beschloss ich auf einen Trail in die tiefe des Regenwaldes zu gehen. Den Guide habe ich mir gespart, da dass ganze Arrangement sowieso nicht ganz billig war, und so machte ich mich, ausgerüstet mit Taschenlampe (für eventuelle Fälle), Taschenmesser usw auf in den Dschungel. Die Wegmarkierungen, die mich anfangs auf besseren Wegen noch gestört haben, erwiesen sich je länger desto mehr als absolut notwendig, man konnte sehen (oder eben nicht sehen), dass auf diesen Wegen schon einige Zeit niemand mehr vorbeigekommen ist.
Nach einer Stunde Fussmarsch endlich dann auch ein Tier dass man nicht nur hört, sondern auch sieht. Ein scheues Muntjak (ein mini-Reh, Bild 5) rannte vor meinen Gehgeräuschen davon. In weiser voraussicht habe ich die Kamera schon auf schlechte Lichtverhältnisse eingestellt so das ich das 25m weit entfernte Tier noch erwischen konnte. Danach wurde der Weg wieder breiter, und es häuften sich Elephantendung und Elefantenfussabdrücke. Ein Orang Utang Schädel (Bild 6) weiter hatte ich langsam wirklich das schleichende Gefühl, tief im Wald zu stecken, und eigentlich gar keine Lust mehr auf eine Elephantendame mit Kalb zu treffen.
Schmetterlinge (Bild 7,8) flatterten zuhauf durch die Gegend, wieder in allen grössen und Farben, und wenn sie dann mal für zwei Sekunden absassen, dann bestimmt unerreichbar in irgend einem Baum. Nach 4 Stunden Marsch dann wieder zurück im Zentrum, 2 Stunden schneller als auf der Karte vorgeschlagen. Der Regenwald an und für sich ist am Boden gar nicht so attraktiv, und man hört zwar sehr viele Tiere, doch zu sehen bekommt man sie nicht, das gilt insbesondere für Vögel.
Es war aber schon ein einmaliges Gefühl durch echten, ursprünglichen Regenwald zu laufen, auch dass Gefühl in endloser ferne zur nächsten Zivilisation zu sein. Was ich dann erst später im Gespräch mit anderen herausgefunden habe ist dass hinter dem Haus am morgen Orang Utans und Gibbons zu beobachten gewesen wären, sowie am Abend zuvor „slow Loris“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Slow_loris), dessen verpassen ich am meisten bereut habe.


Eines der spektkulärsten Naturschauspiele das ich je erlebt habe ist die Geräuschkulisse vor dem Eindunkeln. Es muss eine Art Insekt sein, die den ganzen Wald mit sirenenartigen Lauten erfüllt. Hundertfach, von allen Seiten, ein irrwitziges Konzert. Ganz anderst präsentiert sich derselbe Wald am morgen, da übernehmen die Vögel das Zepter und pfeifen um die Wette. In einem kleinen Video habe ich die Geräusche morgens, mittags und abends probiert aufzunehmen, damit ihr einen, zwar denkbar bescheidenen, Eindruck bekommt. Der erste und der letzte Teil (Morgen, Abend) sind an derselben Stelle aufgenommen, es hört sich jedoch an wie auf einem anderen Kontinent. Beim mittleren Teil (Mittags) war ich auf meiner Wanderung und habe als representatives Geräusch eine Affenbande aufgenommen. Also, Lautsprecher ein oder Kopfhörer auf, und reinhören.



Auf zu neuen Ufern

In Lahad Datu angekommen, Flug nach KK zu teuer, ein paar Hostels ausgecheckt und dann irgendwie keine Lust auf diese Stadt, also auf zum Bas (richtig geschrieben!) Terminal, und wie eigentlich immer habe ich nicht länger als 10min auf den nächsten Langstreckenbus gewartet. Und diese 10min habe ich dann wie immer genutzt um noch Reis mit irgendwas an einem der Stände zu essen. So langsam lasse ich mich nicht mehr von aufdringlichen Taxifahrern oder sonstigen Leuten, die auf Geld aus sind aus der Ruhe bringen, und fühle mich somit bereit für das Abenteuer China, wo man laut berichten von anderen Reisenden teilweise ziemlich bedrängt wird. Lächeln, „thank you“ und durch, oder einfach ein bestimmtes „Nein, das ist zu teuer, um die Ecke krieg ich das für die Hälfte“ kann helfen. Jedenfalls bin ich jetzt auf dem Weg nach Sandakan, wo ich noch einmal eine nostalgische Nacht in Uncle Tan’s B&B verbringen werde (freu, freu).

Lahat Datu

10:59 PM Tuesday, February 23, 2010

Und wieder einmal in einem Restoran, diesmal in Lahad Datu. Es ist einfach immer wieder sehr witzig, wenn man irgendwo ankommt, wo nicht viele Touristen hinkommen. Man wird von einem ganzen Chor von Serviceleuten begrüsst, die einem alle zum nächstbesten verweisen, der angeblich Englisch kann, und alle lächeln sie um die Wette. Schlussendlich wirds dann halt Nasi Ayam, weil dass das einzige ist was sie verstehen. Die Leute servieren einem dann ganz nervös, probieren alles richtig zu machen, und werfen einem mehr oder weniger neugierig-verstohlene Blicke zu. Und dann nimmt man seinen Computer hervor, und siehe da, das Restoran hat gratis wireless. Für dass Essen dann die läppischen 2 Franken (inkl Getränk und Tee), zur Hauptspeise meistens noch eine Bouillon oder sonst was kleines. Super!

Gestern, meinem wilden Bartwuchs überdrüssig, bin ich in einen Beauty-Salon reingelaufen. Drinnen wurde ich dann von Männern mit Brüsten und verdächtig tiefer Stimme und Männer ohne Brüste mit verdächtig hoher Stimme empfangen. Alle anderen Kunden von Schulkind über Teenager bis Frau mit Kopftuch müssten sofort hinten anstehen und ich wurde hingesetzt. Das ganze Prozedere hat dann 3 Stunden gedauert, in denen ich eine neue Frisur inklusive Haare schwarz färben, ein halbstündiger Gesichtswasch mit Maske, eine Schulter und Kopfmassage zur Auflockerung und meinen Bart bezähmt bekommen habe. Die Männer, die sich durchwegs als Frauen ausgegeben haben, outeten sich als Ladyboys, und nachdem ich ihnen erzählt habe, ich sei verheiratet, liessen die Komplimente über meine Augen ein bisschen nach. Das ganze war ein ziemlicher Spass, der mich am Schluss 20 Franken gekostet hat. Immerhin laufe ich jetzt nicht mehr rum wie ein wilder.(Das Resultat der Damen im Bild).

Nun zum Thema, wieso bin ich den eigentlich in Lahut Datu? Ich habe mich vor zwei Wochen bei einem Wissenschaftlichen Zentrum (http://www.searrp.org/danum.cfm) mitten im primären Regenwald von Borneo angemeldet. Nach ein bisschen Papierkram und wissenschaftlichem blabla, wurde ich dann für 2 Tage als Look and See researcher eingeteilt (Ich wusste doch der Doktortitel war für etwas gut ). In einer Stunde werde ich hier abgeholt für eine 2h Fahrt über Stock und Stein mitten in den richtigen, unberührten Urwald.

Tauchen in Semporna

5:20 AM Monday, February 22, 2010

Drei Tage, neun Tauchgänge. Am ersten Tag gings (immer von Semporna aus) nach Mataking, eine von vielen vorgelagerten Inseln. Die ersten beiden Tauchgänge waren sehr enttäuschend, alles ziemlich zerbomt
(Dynamit-Fischerei), doch der letzte war ganz ok. Der zweite Tag dann auf Mabul war super schön. Alles voller Korallen,tausende von Fischen und mindestens ein dutzend Schildkröten.
Heute, der letzte Tag dann, wahrscheindlich tauchtechnisch nur schwer zu überbieten. Das Naturschutzgebiet Sipadan, legendär, eine der Top 10 Tauchdestinationen weltweit. Die einzige ozeanische Insel Borneo, ungeben von tiefabfallenden Wänden (600). Und wahrlich, eine solche Artenvielfalt und absolut intaktes Riff habe ich noch nie gesehen. Die Korallen wuchern um die Wette, links schwimmt eine Schildkröte vorbei, rechts tummelt ein Riffhai vor sich hin, eine Schule Barakudas schwimmt vorbei. Der erste Tauchgang geht an einem senkrecht abfallenden Riff vorbei, auf deroffenen Seite des Meeres schwimmen Thunfische und Haie vorbei. Auf der anderen Seite das Gefühl man wird an einem riesigen Aquarium vorbeigeführt, oder, da die Strömung perfektes Tempo hat, das Aquarium wird an einem vorbeigeführt. Im zweiten Tauchgang dann ein

unvergessliches Erlebniss. Ich als Tauchanfänger inmitten einer ausgewachsenen Strömung. Das Riff zieht in einer rasenden Geschwindigkeit unter einem vorbei, linke Schulter der Riffrücken, rechte Schulter Abgrund, der einem schwindelig macht und das blaue, offene Wasser (Bild 6). Um mich herum 5 erfahrene Taucher, die sowas nicht zum erstenmal erleben und schon früh anfangen Richtung Riff zu paddeln, als die Strömung gegen das offene Meer zieht. Ich, ziemlich gestresst ob dem 15 meter Abstand fange wie wild an zu paddeln, bis wir schliesslich plötzlich, und wie aus dem nichts aus der Strömung raus sind. Ich schnaufe wie nach einem 100m Lauf, oberhalb von mir 20 Meter Wassersäule, und ich muss die Panik unterdrücken, die beim nach Luft ringen aufkommt. Danach gemütliches herumpadeln in einem Wunderschönen Garten von Korallen, die Sicht ist fantastisch, ungefähr 40m, traumhaft. Der letzte Tauchgang führt dann durch ein Tal, welches an der Sohle von Fischen nur so wimmelt. Tellerförmige Korallendeckel, mit bis zu 4m (!) (Bild 5) Durchmesser ziehen unter einem vorbei. Alle Fotos die ich hier zeige stammen von Sipadan, wo ich mir eine Kamera ausgeliehen habe. In Sipadan gibt es so viel grosses zu bestaunen, dass die kleinen Dinge ein bisschen kurz kommen und ich bereue dass ich mir nicht auch am zweiten Tag eine Kamera ausgeliehen habe. Leider können die Fotos allerhöchstens 10% der Pracht wiedergeben, da das Wasser alle Frequenzen bis auf blau herausfiltert, und der Blitz nicht stark war.

Semporna - 2

6:45 AM Friday, February 19, 2010







Semporna - 1

3:59 AM Thursday, February 18, 2010

Gestern war das erste mal dass sie in einem Hotel kein Zimmer hatten, und das gerade in zwei nacheinander – Chinese New year – wie lange dauert das eigentlich noch? Ich fand trotzdem Unterschlupf im Dragon Inn, das auf Stelzen über dem Hafenbecken gebaut ist. Sehr schön, aber auch nicht gerade billig (und kein gratis Internet?!?) für Malaysische Verhältnisse. Das Restaurant des Dragon Inn ist gegen das Meer gebaut, sodass man beim Frühstück hunderte kleine Boote beobachten kann, es geht hier morgens zu und her wie auf einer Autobahn. Da das Restaurant über dem Wasser schwebt, bringen die Fischer dann auch die frischen Fische und Tintenfische direkt mit dem Boot zur Küche (Bild 1).


Wieder einmal sitze ich in einem Restoran Islam, und muss ein bisschen lächeln über das Bild dass sich mir bietet. Vor mir sitzt ein junges muslimisches Pärchen, dass gerade mit dem Laptop Bilder von ihrem Tauchgang auf Facebook hochlädt. Was mich schmunzeln lässt, ist hier völlig normal, aber für uns doch irgendwie ungewohnt. Die junge Frau trägt ein Kopftuch zu ihrer gesamten Tauchausrüstung (Ich konnte es nicht lassen und habe den Quiet-Modus von meiner Kamera ausprobiert, Bild 2). Und hier ist es wohl an der Zeit für eine kleine Ansprache zu Malysia und Islam. Es scheint hier 2 Gruppen von malaysischen Leuten zu geben, die einen sind offensichtlich gläubige und praktizierende Muslime und die anderen nicht. Das einzige was die beiden unterscheidet ist dass die Frauen ihren ganzen Körper bedecken und ein Kopftuch tragen, und die anderen nicht. Dass scheint aber auch schon die einzige Einschränkung der Frauen zu sein. In öffentlichen Jobs, in Büros oder überhaupt bei der Arbeit sieht man eigentlich häufiger Frauen mit Kopftuch als ohne. Die gläubigen Frauen sind allesamt sehr offen im Umgang mit anderen Leuten, inklusive mir, und überhaupt nicht ängstlich oder verschlossen wie man das aus Klischees von arabischen Ländern kennt. Und sie scheinen allesamt am modernen Leben teilzunehmen, ohne ihr Kopftuch als Einschränkung zu sehen. Vorallem wird der Glaube hier sehr dezent praktiziert, es gibt Moscheen und eben dies Islamische Restorans (Restaurants), wo man aber als nicht Muslime überhaupt nicht komisch angeschaut wird, oder irgendwie anderst behandelt. Dies lasse ich jetzt mal einfach so im Raum stehen.

Mt.Kinabalu Park

5:06 AM Wednesday, February 17, 2010

Da sitze ich nun auf einer Bank vor dem Tropischen Garten der Pouring hot springs, dass einzige hier was billig ist, 3 Ringgits, und dass einzige was überhaupt billig ist seit gestern, aber dazu später mehr. Es gibt nur einen Haken dabei, der Ticketverkäufer warnt mich mit einem lächeln, dass sich die 3 Ringgits nicht lohnen: „is only wild chicken in there, no flower“. Immerhin ist hier keine Hektik, nicht so wie 500m und 3 Kurven weiter unten, wo sich hunderte japanische Touristen zum Eingang der heissen Quellen drängen.

Gestern bin ich von Uncle Tan’s zum Mt.Kinabalu Park gefahren in der Hoffnung, dass mein Fuss sich wieder erholt und ich den Mt.Kinabalu besteigen kann. Als ich da ankam erstmal ein Schock, hunderte von Autos und Touristen, Lärm, und vorallem alles sehr teuer. Die Unterkunft im Massenschlag 3x so teuer wie anderstwo (nach Nachhacken wegen der Diskrepanz im Lonely planet, ja, sie haben seit letztem, Jahr 200% aufgeschlagen), das Essen 10x so teuer wie anderstwo. Da ich schon ziemlich spät dran war habe ich trotzdem ein Zimmer im Massenschlag genommen, habe mich aber von den Park-Restaurants ferngehalten. Der Park selber sieht extrem schön aus, und am Abend vor meinem Zimmer habe ich dann dutzende von Insekten beobachten können, jedes einzelne anderst; Käfer, Nachtfalter, Zikaden ...
Der krönende Abschluss dann ein monströser Nachtfalter, der meine Hand klein aussehen lässt, zweites Bild. Heute morgen dann sah mein Fuss nicht besser aus, und nach einem 5km Trail war er wieder aufgerissen, sodass ich froh war dass ich auf den Berg verzichtet habe, so verlockend wie er auch ausschaut. Ich musste dann ganz schnell weg von diesem Trubel, und habe mich nach 3 vorbeigefahrenen Bussen von einem lokalen Taxifahrer überreden lassen, mit ihm nach „Poring hot springs“ zu fahren.

Als ich da ankahm hatte ich das Glück eine Rafflesia blühend zu sehen. Dieser Parasit produziert die grösste Blüte der Welt. Sie blüht aber eher selten, sodass man schon Glück haben muss um eine zu sehen. Die "locals" machen dann auch ein business daraus und schreiben schon 20 km vorher an, ob eine Rafflesia bei ihnen im Garten blüht. Diese kleine Investition ist aber durchaus lohnend, wenn man die Blüte in Relation zu mir im Vordergrund sieht, das Ding hat etwa die Ausmasse von einem Autoreifen.

Nachdem ich dann vor dem Tropical garden eingedöst bin, ging in sintflutartiger Regenschauer nieder, der mich unters Dach zwang. Es war als ob jemand eine flächendeckende Dusche angestellt hätte. Am nächsten morgen gönnte ich mir dann ein Bad in den heissen Quellen und fuhr danach mit dem Bus 8h nach Semporia.

leisure day

2:45 AM Sunday, February 14, 2010

Schon seit gestern pfeffern schiesswütige Chinesen tonnenweise Feuerwerk in die Luft, um Chinesisch Neujahr zu feiern, dass heute stattfindet. Heute morgen wollte ich eigentlich weiterreisen, habe jedoch bemerkt, dass ich meine Schuhe im Dschungel vergessen habe. Also hiess es, einen Ruhetag einzulegen um auf meine Schuhe zu warten. Dies habe ich genutzt, um morgens einen Spaziergang im nahe gelegenen Rainforest Discovery Center zu unternehmen. Ich bin froh habe ich euch gestern das mini-Eichhörnchen vorenthalten, denn heute in eben diesem Regenwaldzentrum, dass übrigens sehr schön gemacht ist, konnte ich nochmals eines dieser Eichhörnchen vor die Linse kriegen und es ist mir ein Film gelungen. Die Dinger sind unglaublich schnell und es ist unmöglich ihnen mit der Kamera zu folgen. Am Nachmittag war ich noch nach Sandakan Geld holen, mit dem Lokalbus. Die Leute haben mich überall mit einem freundlichen „Helo“ begrüsst, und im Bus schüttelte mir einer die Hand. Es kommen wohl doch nicht so viele Touristen in die Ecke, obwohl ich dass Gefühl habe ich bin von Touris umkreist. Beim ohne-Schuhe-Basketball am Abend habe ich mir dann die Füsse aufgerissen, sodass meine jetzt doch geplante Mt. Kinabalu tour auf dem Spiel steht.

Uncle Tan’s wildlife adventures

11:58 PM Friday, February 12, 2010

Camp im Dschungel, 3 Nächte und 4 Tage


Orang Utans beobachtet man besser im Zoo als im Sanctury in Sepilok. Man sieht die Affen hier in diesem Rehabilitationszentrum für Waisen aus ziemlicher Entfernung, wie sie aus dem Wald kommen und dann auf einer Plattform Früchte essen, während hunderte von Touristen auf ihre Kamera drücken. Absolut NICHT zu empfehlen, die 40 Ringgit gibt man besser für etwas anderes aus. Am Mittag gings dann ab in den Dschungel.

Das Dschungelcamp bestand aus Holzhäusern ohne Türen, und Stege verband die Häuser. Das Essen war exzellent und die Guides waren extrem freundlich und haben meistens die ganze Nacht Lieder gesungen und durchgefeiert. Das Motto im Dschungel hiess: You shy, you die, und dementsprechend war die ganze Atmosphäre sehr locker. Trotz allem war alles gut durchorganisiert und alles lief reibungsfrei. Ich war in einer sehr netten Gruppe unterwegs, mit Paddy aus Irland und Pete aus England mit seiner russischen Frau. Pete, ein Rentner, hatte tonneweise Travellerstories auf Lager, da er eigentlich (neben Uni Professor in Biologie) während seines ganzen Lebens die Welt bereist hat und die Länder, in denen er nicht war, an seinen Händen abzählen konnte. Die Holzhäuser waren ohne Türen, d.h. die Ratten und freche Makakken schlichen sich nachts teilweise bis vor die Matraze, die mit einem Moskitonetz versehen war. Der gesamte Flusslauf ist vor 3 Wochen überflutet worden und deshalb war die gesamte Uferzone mit Schlamm bedeckt. Für alle Fotospezialisten, was ich hier zeige ist nur eine Dokumentation, und leider all zu oft technisch nicht zufriedenstellend. Ich habe feststellen müssen dass mein Objektiv für Wildtierfotografie alles andere als Ideal ist, viel zu Lichtschwach und der Zoom ist auch nicht ausreichend und des öfteren musste ich mit höchsten Isowerten arbeiten, um überhaupt irgendwas festhalten zu können.


Säugetiere

Als erstes zu erwähnen, und tatsächlich ein Erlebniss das ich nicht so schnell vergessen werde, ist die Begegnung mit einem wilden Orang Utan (1). Dabei muss ich erwähnen, das der Fluss an dem das Camp gelegen ist, ein ziemlich schmaler Korridor zwischen mehreren Naturreservaten bildet, und deshalb die Chance, Widltiere zu beobachten besonders hoch ist. Ein nicht weniger eindrückliches Erlebniss ist das beobachten von Gibbons (2), die sich schwindelerregend hoch in den Bäumen mit ihren langen Armen von Ast zu Ast hangeln.Des öfteren kann man ziemlich oft den nur in Borneo vorkommenden Proboscis Affen (3) beobachten, der dank seiner Grossen Nase (wird von den Einheimischen „The Dutchman“ genannt) und den grunzenden Geräuschen gut zu erkennen ist. Er zieht besonders Abends in Gruppen von 10-20 Tieren am Fluss entlang, und demonstriert seine zielsicherheit mit gewagten Sprünge von Baum zu Baum.Des weiteren kann man den Silver leaf monkey und insbesondere hunderte von longtail (4) und pig-tail Makkaken beobachten. Diese Makakken Familien (30-40 Tiere) scheinen ein ziemlich sorgenfreies Leben zu führen und die Jungen toben Abends am Flussufer herum während die älteren Affen die Umgebung nach Feinden und Futter absuchen. Eine weitere sehr spezielle Begegnung war die mit einer Ottersippe (5) (20-25 Tiere), die sich früh morgens (6.30) am Flussufer ausruhte, bis wir mit unserem Boot vorbeifuhren. Danach trotteten sie in Richtung Wald, jedoch nicht ohne vorher ein paarmal neugierig zurück zu schauen. Desweiteren sah man ab und zu ein Wildschwein(6) im Wald verschwinden, und auf einem Tagesausflug haben wir Elefantendung am Wegrand entdeckt. Nachts konnte man Leopardenkatzen und Malaysische Civets (7) auf Futtersuche beobachten und tagsüber unzählige Eichhörnchen. Zweimal habe ich das kleinste Eichhörnchen (small pigmy squirrel, ungefähr 4-5 cm, und verdammt schnell) von Borneo gesehen, dessen Foto ich euch aber nicht antun kann.

Vögel

Am prominentesten und eindrücklichsten waren die Orinetal pied Hornbills (8), die mit ihren mächtigen Schnäbeln auf den Baumwipfeln am Flussufer sassen. Es gab auch mehrere Arten von Adlern, der Crested Serpent eagle (9), den man beim Eidechsen und Warane jagen sah, Jordanadler mit einer Haube und Fischadler. Auf den Aesten über dem Fluss sah man die scheuen Stork-billed kingfisher, den Common Kingfisher (10) und Black-backed Kingfisher (11). Letzteren sahen wir auch einmal auf einer Nachttour, wie er steif wie ein Plastikvogel auf dem Ast sass, und sich in keinster Weise von uns im Schlaf stören liess, oder stören lassen konnte? Des Nachts konnte man Eulen und Uhu’s in den Büschen sehen, die aber eher schwer zu fotografieren waren. Das ganze Flussufer war mit Seidenreiher übersäht, die jeweils schon bei reichlicher Distanz aufflogen. Zudem konnte man noch mindestens 3 andere Arten von Reiher sehen, die ich aber nicht bestimmt habe.

































Amphibien und Reptilien

Im Schlamm am Fluss beobachtete man in regelmässigen Abständen den monitor lizard (12), der eine lange von bis zu 3m erreichen kann, sehen. Ein bisschen weiter unten oder manchmal im Wasser, lauerten Krokodile (13) auf Affen, die den Fluss überqueren wollten, im Bild ein junges Exemplar. Auf der Nachtwanderung konnten wir Baumfrösche (14) entdecken.























Insekten

Ein Highlight, und ein gelungener Einsatz von meinem Makro-objektiv war die Lantern fly (15), die sich zu dutzenden auf den Büschen versammelten. Ebenfalls nachts konnte man die gut getarnten Blattinsekten (16) entdecken. Daneben gab es zahlreiche Schmetterlinge in allen Farben und vorallem gross, jedoch kaum vor die Kamera zu kriegen. Tagsüber im Wald fand man zwei Arten von ungiftigen Hundertfüsser, den Red borneo centipede (17, hier auf meiner Hand) und den Giant centipede . Wenn man diesen gerieben hat, sonderte er ein Sekret aus, welches zu 100% wie Marzipan roch (irgendwie muss da wohl dasselbe Molekül drin sein, welches diesen Geruch produziert).







































































Alles in allem hatte ich während diesen 3 Tagen die Möglichkeit, soviele Spezies wie noch nie auf einem ziemlich kleinen Fleck zu beobachten. Dies besonders dank unglaublich guten Guides, die einen Affen bei voller Fahrt in einem Baum endecken konnte. Ich würde nicht sagen dass ich ein schlechter Tier-spotter bin, aber ich habe am zweiten Tag aufgegeben, irgend etwas vor unseren Guides zu entdecken. Es ist jedoch auch eine Wahrheit, dass diese prächtige Biodiversität schon bald ein Ende haben wird. Ich möchte doch noch einmal ein Wort über die Palmplantagen verlieren. Diese reichen teilweise bis an den Fluss, und auf der Fahrt zum lächerlich kleinen Naturreservat, dass von Plantagen eingekreist ist, konnte ich ein paar Fotos schiessen um euch das Ausmass der Katastrophe zu verdeutlichen. Dies soll kein Vorwurf an die Bevölkerung sein, die damit ihr Geld verdienen. Einfach schade.