Hong Kong zum zweiten

7:32 AM Monday, March 29, 2010

Hong Kong, eine Oase der Ordnung! Unglaublich, wie nahtlos sauber und asphaltiert ea hier ist, wie Autos und Fussgänger geschlossen die Rotlichter respektieren, wie ruhig es ist, wie wenig Leute auf der Strasse sind. Ich laufe durch dieselben, durch die Unterführungen, und es riecht überall frisch und gut, ich sauge die Luft von jeder Person ein die vorbeiläuft, und alle riechen, und riechen anderst, und riechen gut, nach Parfüm und Deo, Waschmittel und Weichspüler, es ist wie ein riesiger Blumengarten. Hier fühle ich, das ich wahrscheinlich nicht sehr gut rieche, nach einem Monat ohne Deo und zweifelhafter Waschaufträge. Es gibt Polizisten, die nicht korrupt aussehen, und in nützlichen Uniformen durch die Strassen patroullieren. Ironischerweise habe ich mich gestern bei meiner Ankunft in der Chung King Masion das erste mal seit einem Monat wirklich unsicher gefühlt. In diesem Etablissement braucht man nicht viel Sensibilität um die kriminelle Energie zu spüren, die von fast jeder Personen, die sich da nach 22.00 rumtreibt, ausgeht. Beim anstehen zum Peak Tram, dass zu einer Aussichtsplatform auf Hong Kong Island führt, inmitten westlicher Touristen, merke ich dann wie anstrengend die Reise in China war. Nur schon die komplett andere Kultur zehrt unmerklich Energie. Ansonsten habe ich heute einen sehr gemütlichen Sightseeing Tag gemacht. Ich bin mit dem Peak-tram auf die höchste Erhebung von Hong Kong Island, habe mir die Wolkenkratzer und Wolkenkratzerschluchten derselben angeschaut, und am Abend habe ich mir Spaghetti Bolognaise gegönnt, was ich mir, wie ich finde, redlich verdient habe.










Shanghai

12:24 AM Sunday, March 28, 2010

Zuerst zur Fruchtsaftbar, wo ich mir aus der schon fast frustierend grossen Auswahl von 50 verschiedenen Saftkombinationen (alle frisch gepresst) einen Dragon fruit/pineapple gewählt habe. Danach zum kleinen aber feinen People’s square, wo sich ein nettes junges Pärchen mit ihrer Kamera von mir ablichten liess, ehe es mich in ein Gespräch verwickelte. Sie sagten sie seien Touristen, und wir haben uns etwa 10min nett unterhalten, ehe sie bemerkten dass sie jetzt an eine traditionelle Teezeremonie gehen, gleich um die Ecke, ob ich Lust hätte mit zugehen. Meine erste Reaktion für mich selbst war eigentlich nein, doch ich hatte sowieso nichts besseres vor, und nach Nachfrage versicherten sie mir, dass es nur eine halbe Stunde dauert. Auf dem Weg ins besagte Teehaus erkundigte er sich mehrmals bei Passanten nach dem Weg, da er scheinbar nur die Adresse wusste. Nach mehreren Nachfragen wusste jemand wo es ist und wir gingen rein. Es war ein geschlossener, nobel dekorierter Raum. Nachdem ich die Teekarte gesehen habe, wurde ich dass erste mal ein bisschen stutzig, da ein Tee ziemlich teuer war. Nach dem ersten Tee, und dem Einverständniss auf meine Nachfrage, dass wir die Rechnung teilen, wollten sie dann noch 6 andere probieren. Dass sie mich scheinbar nicht einladen wollten, machte mich dann ebenfalls nochmals stutzig, da es hier in China üblich ist, fast zu streiten wer die Rechnung bezahlen darf. Ich sagte dann ich könne mir das nicht leisten, ich könne nur 50 Yuan bezahlen (9 CHF), mehr hätte ich nicht. Der Typ quatschte mich eigentlich ständig mit freundlichen Floskeln zu, während seine „Freundin“ nie ein Wort sagte. So richtig schienen sie nicht Wert auf ihre gemeinsamen Ferien zu legen, was mich auch ein bisschen verwirrte. Ich sagte dann, es tue mir Leid das ich ihre Teezeremonie zerstöre, aber ich würde jetzt entweder gehen oder nicht mehr weitertrinken. Er wollte mich dann unbedingt dabehalten, und um meine Zweifel zu zerstreuen, mich noch auf den zweiten Tee einladen, es wurde allgemein Wert darauf gelegt eine für mich möglichst peinliche Situation zu kreieren. Ich machte danach dann definitiv klar dass ich jetzt gehen möchte, und dass ich nur die 50 Yuan zahle. Ganz am Schluss, nachdem sie sich noch Tee gekauft hatte, wahrscheindlich um mich auch dazu zu bewegen, wurde dann die Rechnung präsentiert, sie bezahlten brav ihre akkumulierten 300 Yuan, während ich ihm meine 50 hinstreckte. Es gab dann noch ein Teezeremonie Sondergebühr, um die er mich bittete, auch noch zu zahlen, da er ja schon soviel von der Rechnung übernommen habe. Ich blieb aber hart, und wir gingen. Draussen blieben sie zwar weiterhin freundlich, hatten es dann aber sehr eilig, einen Vorwand zu finden um zu verschwinden. Später habe ich dann im Internet gelesen, dass das eine Chinaweite Betrügermasche ist, bei der man locker mal 1000 Yuan oder mehr los wird. Da ich die Lunte genug früh gerochen habe, kam ich mit 9 CHF, und dem Gefühl dass mein Vertrauen missbraucht wurde weg. Zum Glück, steht auch im Interent, legen dies Betrüger grössten Wert darauf, dass man ihnen nichts unrechtes Nachweisen kann, d.h. sie scheuen eine Konfrontation und bleiben immer freundlich. Ich denke aber trotzdem, dass der Typ mit seinem wirklich guten englisch (dass mich auch hätte verwundern müssen, da er jedoch behauptet hat, er arbeite in einer internationalen Firma, hab ich mir nichts dabei gedacht), und seinen Schauspielerischen Fähigkeiten locker einen ehrlich Job finden könnte.


Shanghai wird an allen Ecken und enden auf Expo-Tauglichkeit poliert, man sieht zur Zeit Tonnenweise last-minute Baustellen. Gehwege werden errichtet, Bäume gepflanzt, Abfalleimer aufgestellt und Strassenverkäufer vertrieben. Ich wurde auch noch Zeuge von chinesischem High-speed Hochhausbau. Man kann es auf Bild 1 erahnen, aber es gab eine Kolonne von Zementmischer, die eine ganze Spur für sich beanspruchten, und deren aller Ziel ein unfertiges Hochhaus war. Die ganze Kolonne war ungefähr 500m lang, und ebenso viele leere Zementmischer fuhren aus der Baustelle raus. Ich bin dann noch ein bisschen durch die Altstadt gebummelt und dann aber früh nach Hause, müde von den letzten Wochen. Ja, dass war mein letzter voller Tag in China. Ein sehr interessantes und auch schönes Land, mitten im Aufbruch, mit freundlichen Leuten mit zum Teil befremdlichen Gewohnheiten.

Es geht scheinbar noch schneller. Um zum Flughafen zu gelangen, habe ich die einzig öffentlich zugängliche Magnetschwebebahn (Maglev) der Welt benutzt. Diese beschleunigt auf 430km/h, um gleich wieder abzubremsen, und die 30km zum Flughafen zurückgelegt zu haben (Video).







Nach Shanghai

5:30 AM Friday, March 26, 2010

Gestern Abend bin ich mit dem Nachtzug von Peking Richtung Shanghai losgefahren. Der Zug war ein sogenannter CRH3, der zu der Klasse der Highspeed Züge in China gehört. Diese Züge erreichen eine Topgeschwindigkeit von 350km/h, und legen die Distanz von 1320km zwischen Peking und Shnaghai in gerade mal 10 Stunden zurück. Nur schon der Süd-Bahnhof von Peking ist ein Erlebniss, ein absolut moderner High-Tech Bahnhof, wie man ihn wohl sonst nirgends auf der Welt findet (mal sehen, vielleicht in Japan). Ich muss sagen, dass ist eine sehr komfortable Art und Weise zu Reisen. In der besten Klasse, den Soft sleepers, die auch für mich noch erschwinglich war, hat man ein grosses Bett und seinen eigenen Flatscreen. Nur das Tüpfelchen auf dem i fehlt, wireless internet. Wenn dieser Zug so mit 80km/h dahindümpelnd eine gerade Strecke erreicht, beschleunigt er spürbar von da an ungefähr nochmals 50 Sekunden, und die Landschaft flitzt nur so an einem vorbei (siehe Video, die Zeit zwischen den Pfostenabständen). Heute in Shanghai angekommen war ich dann doch ziemlich müde, sodass ich mir nur mir nur noch den Bund angeschaut habe, eine Altstadt nach europäischem Stil gegenüber einer Atemberaubender Skyline. Leider ist die ganze Uferpromenade wegen Ausbau für die Expo 2010 gesperrt sodass ich keine gute Position für ein Foto finden konnte. Von einer Brücke aus habe ich dann so ein behelfsmässiges gemacht, damit ihr wenigstens einen kleinen Eindruck bekommt. Shanghai gefäällt mir sehr als Stadt, diese 18 Millionen Menschen hier bilden eine moderne, weltoffene Metropole, mit viel Grünanlagen (bin jetzt endlich wieder im Frühling) und weniger breiten Strassen als in Peking. Das ist auch was Peking eigentlich so, ich kann nicht anderst sagen, komisch macht, diese 16 spurigen Strassen, die die Stadt in Rechtecken durchkreuzen. Ich könnte mir, so vom ersten Eindruck her, durchaus vorstellen in Shanghai zu leben.





Peking Tourist

5:50 PM Wednesday, March 24, 2010

Gestern morgen habe ich mir vorgenommen, einen richtigen Pekinger Touri-Tag einzulegen. Will heissen Tian’anmen Platz und Verbotene Stadt. Irgendwie habe ich aber nicht mit den chinesischen Touristen gerechnet, die alle die gleiche Idee hatten. Der Tian’anmen Platz ist riesig, und wird nur vom Mao Mausoleum, dass in die Mitte gepflanzt wurde, unterbrochen. Im Mao Mausoleum wird der mumifizierte Mao ausgestellt, und es strömt ein ununterbrochener Strom an schaulustigen, chinesischen Touristen am einen Ende rein, und am anderen Ende raus. Leider entging mir das Spektakel, da ich mit meinem Rucksack nicht reingelassen wurde. Bevor ich in die Verbotene Stadt ging, die sich direkt gegenüber des Tian’anmen Platzes erstreckt, habe ich mich noch bei einigen chinesischen Familien, die ihre Hauptstadt besuchten und zum ersten mal einen Westler sahen, einen Platz über dem Küchentisch direkt neben Mao gesichert, indem ich mit ihnen auf einem Foto posierte. Es strömen Massen von Touristen in die Verbotene Stadt, es ist einfach nur verrückt. Als ich drin war schätzte ich 30000 Besucher am Tag, habe aber danach im Internet gesehen, dass es durchschnittlich 50000 sind. Ok, es ist ein gewaltiges Bauwerk, aber es ist einfach nur viel grösser als alles was ich bisher gesehen habe, nicht wirklich anderst. Deshalb, und wegen der Leute bin ich so ziemlich in 20 min von südlichen zum nördlichen Tor gelaufen, und schnurstraks wieder raus. Ganz im Sinne der früheren Herscher werde ich kein Foto der Verbotenen Stadt in den Blog stellen. Wer es sehen will, muss es sich zuerst verdienen, indem er sich einen Weg durch die Touristenmassen bahnt. Danach gings in einen Park nördlich der Verbotenen Stadt, wo ich, wegen der Ausmasse derselben, mit meinen Weitwinkel wieder an eine Grenze gestossen bin (Wer trotzdem einen Blick in die Verbotene Stadt werfen will, auf Foto 1 klicken, man beachte die „Ameisen“ vor dem Ausgang). Gegen Abend machte ich noch eine Fototour, um Hochhäuser und nochmals das Stadium bei Abend und Nacht zu fotografieren. Das blaue Gebäude im letzten Bild ist das Aquatic Stadium, wo an der Olympia die Schwimmwettbewerbe stattfanden.







Nach einem ziemlich frustrierenden Morgen, bin ich gestern Nachmittag, in Begleitung von drei Chinesinnen, die mir auf den richtigen Bus geholfen haben, in den 798 Art District. Ursprünglich war dieses Gelände, das wiederum ziemlich weitläufig ist, eine Fabrik für Elektroteile. Als diese geschlossen wurde, nahmen Künstler die hellen und billigen Hallen in beschlag. Jetzt ist das Fabrikareal eine trendige Gegend mit Kunstgalerien, Boutiquen, Cafés, Ateliers, Werkstätten und Geschäfte. Man kann da locker einen Nachmittag damit verbringen, sich die Kunst, die Gegend und die Leute anzusehen. Ich hätte gerne vieles gekauft, doch musste ich immer an meinen Rucksack denken, der jetzt schon schwer ist.






Ja, es stimmt...

8:13 AM Monday, March 22, 2010

Zurück in Beijing, zurück in meinem stylischen Hostel (siehe Bild). Das Hotel in Chengde war sehr nervig. Ich war in einem Keller untergebracht, ohne Wireless, für verhältnissmässig viel Geld. Das Personal war unglaublich unfreundlich, und man musste für Internet Geld bezahlen – eine Frechheit. Naja, auf jedenfall hat mich das inspiriert, einen längst fälligen Monolog über Chinesen und ihre lustigen, nevigen oder guten Angewohnheiten zu halten, liest selbst:

Ja es stimmt, die Chinesen bringen mit viel Geräusch ihre Spucke in Position und übergeben sie der Strasse, wenn möglich vor die Füsse ihrer Mitmenschen. Die Chinesen Rülpsen ohne Scham, und schmatzen und schlürfen so laut wie möglich beim essen. Frauen bilden keine Ausnahme, sie Wetteifern bei all dem mit den Männern.

Ja es stimmt, die Chinesen essen wann immer langeweile aufkommt, oder auch sonst, Nüsse und Kerne. Die wohl beliebtesten sind Sonnenblumenkerne (Schale wird geschickt mit den Zähnen geöffnet) und Wassermelonenkerne. Die Supermärkte und Marktstände sind gefüllt mit verschiedensten Kernen. Man kann ohne zu lügen behaupten die Chinesen sind ein Volk von Nuss- und Kernenesser.

Ja es stimmt, Essen ist wahrscheinlich das wichtigste in China. Die Chinesen essen immer und überall, und nie alleine. Ich begreife gut wieso, dies ist ein riesiges Land, mit tausenden von Spezialitäten. Wo immer ich war, dass Essen war hervorragend, ultimativ, genial. Die Chinesen sind unglaublich raffinierte und geschickte Köche. Mal werden die Geschmäcker gezähmt, mal hervorgehoben, mal ist es feurig scharf, mal fast geschmackslos. Aber immer, egal wo man isst, immer ist es genug, zuviel, und wahnsinnig gut. Man kann sich für 50 Rappen auf der Strasse ein Mittagessen ersteigern, dabei hat man immer die Qual der Wahl, jede Region hat ihre eigenen Küchen, die auf Fahrräder montiert sind und ihre eigenen kleinen Dampfnudelecken. Man kann sich aber auch für 5 Franken zwei Salate, zwei Hauptspeisen und ein Dessert in einem guten Restaurant bestellen, muss dann aber so wie alle anderen die Hälfte stehen lassen, was man aber gerne tut, wenn man kurz vor dem platzen ist. Und ja, die Chinesen trinken Tee, und trinken Tee, und trinken Tee. Der Tee ist Gratis zu jedem Essen dazu, wird aber auch gerne zwischendurch mal getrunken.

Ja es stimmt, die Chinesen telefonieren extrem laut. Egal ob jung oder alt, in der U-bahn, im Zug, im Flugzeug, im Laden und auf der Strasse. Sie brüllen allesamt ins Telefon so dass man taub werden kann. Und ja es stimmt, die Chinesen drängeln absolut sinnlos, nur des drängeln wegen. Zum Beispiel um ins Flugzeug zu kommen, obwohl doch alle zur gleichen Zeit abfliegen, oder um zum Flugzeug rauszukommen, auch wenn man mitten auf dem Rollfeld steht und ein Bus draussen wartet. Oder um in den Zug zu kommen, obwohl die Sitze nummeriert sind.

Ja es stimmt, the great Firewall ist installiert. Ohne Proxy server ist mein Blog, Facebook und Yahoo nicht aufrufbar. Ich habe einmal probiert mit Web-basierten Proxys auf all dies zuzugreifen, und es ist ein ziemlicher Aufwand. Die Zensur scheint gut zu funktionieren, und ziehlt wohl auf Minderheiten und Gruppenbildung und nicht auf den normal Chinesen.

Und ja, wenn die Chinesen merken, dass man kein Wort chinesisch spricht, dann schreiben sie einfach was sie sagen wollen auf einen Zettel - auf chinesisch. Die Hoffnung ist dann das wenn man sie schon nicht versteht, das man dan wenigstens lesen kann. Dies ist gut gemeint, hilft aber leider gar nichts. Es kommt wahrscheinlich davon, dass man sich in China zwischen Norden und Süden, Osten und Westen zwar nicht versteht, weil man ein anderes chinesisch spricht, man aber sehr wohl die Zeitung austauschen kann, weil jedes Wort ein Zeichen ist, das dann eben einfach anderst ausgesprochen wird. In dieser Hinsicht ist die chinesische Schreibweise der westlichen überlegen.


Chengde

1:12 AM Sunday, March 21, 2010

Die Stadt Chengde wurde im 17. Jahrhundert von Kaiser Kangxi wegen seiner im Sommer angenehm kühler Temperatur endeckt. Er liess einen riesigen Palast errichten, dessen eingemauerte Fläche 5.6km2 umfasst und mit Pavillons und künstlichen Seen angefüllt ist. Ein Teil davon umfasst auch noch eine Hügellandschaft wo man jagen konnte. Nördlich und östlich dieses Palastes findet man 8 Tempelanlagen, die an einen religiösen Themenpark erinnern, was dem eigentlichen Grund der Errichtung ziemlich nahe kommt. Wegen anhaltender Probleme mit aufsässigen Minoritäten im Reich liess der Kaiser alle Religionen gutheissen und mit die Tempelanlagen hatten den Zweck, dass sich die Gesandten aus allen Ecken Chinas heimisch fühlen sollten. So findet man vom wunderschönen Putuozongcheng Miao Tempel, der dem Potala-Palast in Lhasa nachempfunden ist bis zum mongolischen Puning Si, der die grösste Holzstatue der Welt beherbergt (23m), alle möglichen Stil- und Religionsrichtungen.

So erwartete ich gestern während der Anreise per Zug (den ich fast verpasst habe, aber das ist eine andere Geschichte, die mit Engländer und Bier zu tun hat) eine gemütliche Kleinstadt, und wurde herbe entäuscht. Das gibt es hier einfach nicht, die Stadt hat eine halbe Million Einwohner und ist hässlich wie keine zuvor. Frühmorgens machte ich mich dann heute auf, und ging, nach einer sättigenden Omelette mit Frühlingszwiebeln schnurstracks in den Palastpark. Dort waren schon einige Leute unterwegs, die meisten mit irgendeiner Sportart beschäftigt, von Kung Fu bis Diavolo oder einfach nur Jogging (Video). Es gab auch noch wilde Hirsche, Fasane und andere Vögel. Trotzdem ist dieser Park wohl eher was für die Sommermonate, denn der nördliche, wilde Teil war wegen Brandgefahr gesperrt, und es war ziemlich kalt. Danach nahm ich ein Taxi um mir die Tempel nördlich des Parks anzusehen. Diese sind allesamt wunderschön. Der beste Teil war aber, das ich beschloss die gegnüberliegenden Hügel, wo die nördliche Mauer des Parks zu sehen war, zu besteigen. Also ab durch den Wald und hoch zur Mauer, von oben hatte man einen irrsinns Ausblick auf den Putuozongcheng Miao Tempel, und es gab eine Stelle, wo man die Parkmauer hochklettern konnte, und schon befand ich mich im abgesperrten nördlichen Teil des Parks. Wunderbarer Sonnenschein, eine Mauer auf der Bergkuppe, kein Mensch weit und breit, ein fantastischer Ausblick, ich wusste nun wieso der Kaiser die Mauer und die Tempel gebaut hat - wahrscheindlich mein schönster Moment in China. Danach eine kleine Wanderung zum Puning Si Tempel, mit der riesiegen Holzstatue und einem nicht weniger beeindruckenden rieseigen Tempel (Bild). Vom Sandsturm habe ich hier im Norden nichts gemerkt, ausser dass alles mit einer Staubschicht bedeckt war. Morgen gehe ich wider nach Beijing, und habe mir schon vorsorglich eine Gesichtsmaske gekauft.












Die grosse Mauer

2:51 AM Friday, March 19, 2010

Da ich keine Lust auf selbst organisieren hatte, leistete ich mir eine Tour zur grossen Mauer. Dies dafür jedoch an ein Stück dass nicht so sehr von Touristen bevölkert ist, und wo man auch noch ein bisschen wandern konnte. Man wurde an einem Ende rausgelassen und 10 km weiter vorne wieder abgeholt. Dies dauerte, da rauf und runter, ungefähr 3 Stunden. Leider war es sehr neblig, was zwar einerseits eine schöne Atmosphäre ergab aber andererseits auch die Weitsicht behinderte. Gegen Nachmittag hellte es dann ein wenig auf, sodass man doch noch ein bisschen was von der Mauer sah.






Gestern, nach Ankunft in Peking wünderschönstes Frühlingswetter und heute kalt und bewölkt, so schnell geht es in der Hauptstadt, die nahe der mongolischen Steppe liegt. Deswegen machte ich mich erst gegen Mittag auf, um wenigstens ein bisschen was von den hundertundeins Sehenswürdigkeiten von Peking zu bewundern. Für die verbotene Stadt war es schon zu spät, deswegen ging ich Richtung Himmelstempel südlich des Tiannamen Platzes. Peking ist auf Hochglanz poliert, und wenn man sich, so wie ich, an Chinesen um sich herum gewöhnt hat, befindet man sich in einer absolut Top organisierten und modernen allerwelts Megastadt wieder, in der alles wie geschmiert läuft und kein Zigaretenstummel auf dem Boden liegt. Die U-bahnfahrt lädt mit Aufzugsmusik, Filmen an den Tunnelwänden (so wie am Flughafen Kloten)und einer höflichen englisch-chinesischen Ansagerin zum relaxen ein. Ich glaube Peking ist designt, um In und Ausländer zu beeindrucken, und das gelingt. Leider geht mit fortschreitender Modernisierung der Charakter ein bisschen verloren, trotzdem gibt es immer noch eine Unmenge an Street-food aus allen Ecken von China, was mir sehr entgegen kommt ;-). Der Tempel des Himmels gilt als Krönung des schöpferischen Ausdrucks der Ming-Zeit, wurde 1420 abgeschlossen und bildete 5 Jahrhunderte lang der Mittelpunkt für kaiserliche Zeremonien. Es ist eine weitläufige und schön angelegter Park mit einer breiten, zentralen und erhöhten Strasse auf der sich alle drei Tempelanlagen befinden. Als alter Schweizer musste ich mir natürlich auch das Nationalstadion (Vogelnest), dass vom chinesischen Staat für die olympischen Spiele 2008 erbaut und von den Architekten Herzog & de Meuron designed wurde. Ein sehr beeindruckendes Stück Architektur, dass hoffentlich auch ein paar Jahrhunderte überstehen wird. Zum Abendessen habe ich mir aus versehen tausendjahrige Eier bestellt, da sie auf dem Bild wie Salat ausgeschaut haben, sie schmeckten aber gar nicht so schlecht, ungefähr wie französischer Schimmelkäse.







Das Grasland

3:26 AM Tuesday, March 16, 2010

Die innere Mongolei, von China besezt im Jahre 1947, bildet eine der vielen Regionen der Volksrepuplik China, in der eine Minderheit present ist. Es sind hier die Mongolen, die, z.B in Hohhot mit 10% vertreten sind, weiter westwärts gegen die Wüste und nordwärts gegen das Grasland ist der Prozentsatz an Mongolen grösser. Die heutige Tour gab mir die Gelegenheit, mich mit einer chinesischen Mongolin, die Recht studiert, über China zu unterhalten. Die Mongolen der innern Mongolei müssen allesamt chinesisch lernen (ist ja auch China), und es stellt sich heraus, dass sie dadurch sprachlich gegenüber den Chinesen im Vorteil sind, da viele von ihnen keine Mühe bekunden, auch noch Englisch zu lernen. Das Grasland, riesige Ebenen mit Gras, der im Frühling und Sommer saftig grün und mit Blumen durchzogen ist (hab ich mir versichern lassen), ist im Winter eine trockene, strohgelbe Ebene, die aber trotz Schnee and Eis, eine magische Atmosphäre verbreitet. Eben dieses Grasland ist alles im besitzt der Volksrepuplik China, und darf von Bauern nur gepachtet werden. Die werdende Anwältin beklagte sich, dass China immer weniger Vieh erlaubt, nach ihrer Meinung, um die Kultur der Mongolen zu unterdrücken und offiziell, weil übergrasung ein Prolem ist. Sie meinte auch dass es von Jahr zu Jahr trockener, und das Gras weniger hoch wird. Ausserdem war auf dem Hof, den wir besucht haben (und wo wir die mongolische Küche köstigen durften) ein See seit letztem Jahr ausgetrocknet. Sie meinte dass das an der Eisenerzfabrik liegt, die 5km enfernt ist und zuviel Wasser verbrauche. Nach viel erlebtem Nationalstolz der Chinesen war ich froh auch mal eine kritische Stimme zu hören. Dennoch muss man auch da vorsichtig sein, da mein jetztiger Zimmergenosse, ein Amerikaner, der gerade sechs Monate in der Mongolei verbracht hat, meinte, dass übergrasung in der Mongolei ein riesen Problem ist. Mit der Motorisierung der Nomaden sind auch die enferntesten Ecken jetzt landwirtschaftlich genutzt. Auf die Frage an den Tourguide wie sich den der Viehbestand in den letzten 10 Jahren entwickelt hat, erhielt ich eine diesbezüglich bestätigende Antwort. Es ist klar dass der Vielvölkerstaat China keine leichte Aufgabe hat, diesen zusammenzuhalten. Rein geschichtlich gesehen ist es aber nicht klar, zu wem die innere Mongolei gehört, da sie immer wieder zwischen mongolischen und chinesischen Herschern hin und hergereicht wurde. Klar geworden ist mir jedoch, dass die Mongolei für mich zu einem sehr attraktiven Reiseland avanciert ist, dies vorallem der überwältigenden Natur wegen. Ich möchte da unbedingt mal im Sommer oder Herbst hingehen. Auch kulturell ist die Mongolei sehr interssant, z.b. besitzt es die einzige Schrift, die von oben nach unten geschrieben wird, verglichen mit dem alten chinesisch, das in kleinen rechts-links Blöcken von oben nach unten geschrieben wird, hier ein link zur inneren Mongolei (http://en.wikipedia.org/wiki/Inner_Mongolia). Ein anderes Kuriosum sind die Aobao Steinhügel, die man auf jeder Erhöhung sehen kann. Diese dienen als Treffpunkt für das Frühlings und Herbstfest, wo man Steine auf sie legt und gleichzeitig Wünsche abgibt. Dies ist eine Art heidnischer Brauch.







Ich konnte dem massiven öffentlichen Druck (siehe Kommentare) nicht standhalten und poste hiermit noch ein paar Bilder vom Grasland :D. Auch habe ich heute morgen auf dem Weg zum Flughafen noch eine Pagode besucht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.