Nagasaki liegt wunderschön langgezogen in grünen Hügel gebettet, und gäbe es eine schöne Strandpromenade anstatt dem hässlichen Hafen, es wäre ein sehr idyllischer Ort. Eigentlich sollte am 9. August 1945 „Fat Boy“, die grössere der beiden jemals über bewohntem Gebiet abgeworfenen Atombomben, Kokura treffen. Wegen schlechter Sicht wurde das sekundäre Ziel Nagasaki gewählt, doch das eigentliche Ziel, die Mitsubishi Waffenfabrik, wurde verfehlt. Mit einem Augenblick wurden 75‘000 Menschen in den Tod gerissen, und ebenso viele sind in der Folge gestorben. Beim Hypozentrum der Bombenexplosion steht ein Denkmal, und wenn man die Bilder betrachtet, die den Ort nach der Explosion zeigen, packt einem die nackte Angst. Ein paar hundert Meter neben dem Hypozentrum gibt es ein Friedensdenkmal, dass 10 Jahre nach dem Bombenabwurf errichtet wurde. Es ist leider nicht wirklich eine Schönheit, trotzdem ist es ein sehr denkwürdiger Ort. Im Tram zurück zum Bahnhof sass ein mir ein Mann gegenüber, der offensichtlich an den Folgen der Strahlung zu leiden hatte. Ich fühlte mich, als potenziell amerikanisch aussehender Europäer, ziemlich betroffen, und hatte in dieser Stadt ständig das Gefühl, dass einem die älteren Leute wehmütig/verzweifelt betrachten. Die Stadt hat sichtlich Narben, die auch nach 65 Jahren noch nicht verheilt sind.



