Uncle Tan’s wildlife adventures

11:58 PM Friday, February 12, 2010

Camp im Dschungel, 3 Nächte und 4 Tage


Orang Utans beobachtet man besser im Zoo als im Sanctury in Sepilok. Man sieht die Affen hier in diesem Rehabilitationszentrum für Waisen aus ziemlicher Entfernung, wie sie aus dem Wald kommen und dann auf einer Plattform Früchte essen, während hunderte von Touristen auf ihre Kamera drücken. Absolut NICHT zu empfehlen, die 40 Ringgit gibt man besser für etwas anderes aus. Am Mittag gings dann ab in den Dschungel.

Das Dschungelcamp bestand aus Holzhäusern ohne Türen, und Stege verband die Häuser. Das Essen war exzellent und die Guides waren extrem freundlich und haben meistens die ganze Nacht Lieder gesungen und durchgefeiert. Das Motto im Dschungel hiess: You shy, you die, und dementsprechend war die ganze Atmosphäre sehr locker. Trotz allem war alles gut durchorganisiert und alles lief reibungsfrei. Ich war in einer sehr netten Gruppe unterwegs, mit Paddy aus Irland und Pete aus England mit seiner russischen Frau. Pete, ein Rentner, hatte tonneweise Travellerstories auf Lager, da er eigentlich (neben Uni Professor in Biologie) während seines ganzen Lebens die Welt bereist hat und die Länder, in denen er nicht war, an seinen Händen abzählen konnte. Die Holzhäuser waren ohne Türen, d.h. die Ratten und freche Makakken schlichen sich nachts teilweise bis vor die Matraze, die mit einem Moskitonetz versehen war. Der gesamte Flusslauf ist vor 3 Wochen überflutet worden und deshalb war die gesamte Uferzone mit Schlamm bedeckt. Für alle Fotospezialisten, was ich hier zeige ist nur eine Dokumentation, und leider all zu oft technisch nicht zufriedenstellend. Ich habe feststellen müssen dass mein Objektiv für Wildtierfotografie alles andere als Ideal ist, viel zu Lichtschwach und der Zoom ist auch nicht ausreichend und des öfteren musste ich mit höchsten Isowerten arbeiten, um überhaupt irgendwas festhalten zu können.


Säugetiere

Als erstes zu erwähnen, und tatsächlich ein Erlebniss das ich nicht so schnell vergessen werde, ist die Begegnung mit einem wilden Orang Utan (1). Dabei muss ich erwähnen, das der Fluss an dem das Camp gelegen ist, ein ziemlich schmaler Korridor zwischen mehreren Naturreservaten bildet, und deshalb die Chance, Widltiere zu beobachten besonders hoch ist. Ein nicht weniger eindrückliches Erlebniss ist das beobachten von Gibbons (2), die sich schwindelerregend hoch in den Bäumen mit ihren langen Armen von Ast zu Ast hangeln.Des öfteren kann man ziemlich oft den nur in Borneo vorkommenden Proboscis Affen (3) beobachten, der dank seiner Grossen Nase (wird von den Einheimischen „The Dutchman“ genannt) und den grunzenden Geräuschen gut zu erkennen ist. Er zieht besonders Abends in Gruppen von 10-20 Tieren am Fluss entlang, und demonstriert seine zielsicherheit mit gewagten Sprünge von Baum zu Baum.Des weiteren kann man den Silver leaf monkey und insbesondere hunderte von longtail (4) und pig-tail Makkaken beobachten. Diese Makakken Familien (30-40 Tiere) scheinen ein ziemlich sorgenfreies Leben zu führen und die Jungen toben Abends am Flussufer herum während die älteren Affen die Umgebung nach Feinden und Futter absuchen. Eine weitere sehr spezielle Begegnung war die mit einer Ottersippe (5) (20-25 Tiere), die sich früh morgens (6.30) am Flussufer ausruhte, bis wir mit unserem Boot vorbeifuhren. Danach trotteten sie in Richtung Wald, jedoch nicht ohne vorher ein paarmal neugierig zurück zu schauen. Desweiteren sah man ab und zu ein Wildschwein(6) im Wald verschwinden, und auf einem Tagesausflug haben wir Elefantendung am Wegrand entdeckt. Nachts konnte man Leopardenkatzen und Malaysische Civets (7) auf Futtersuche beobachten und tagsüber unzählige Eichhörnchen. Zweimal habe ich das kleinste Eichhörnchen (small pigmy squirrel, ungefähr 4-5 cm, und verdammt schnell) von Borneo gesehen, dessen Foto ich euch aber nicht antun kann.

Vögel

Am prominentesten und eindrücklichsten waren die Orinetal pied Hornbills (8), die mit ihren mächtigen Schnäbeln auf den Baumwipfeln am Flussufer sassen. Es gab auch mehrere Arten von Adlern, der Crested Serpent eagle (9), den man beim Eidechsen und Warane jagen sah, Jordanadler mit einer Haube und Fischadler. Auf den Aesten über dem Fluss sah man die scheuen Stork-billed kingfisher, den Common Kingfisher (10) und Black-backed Kingfisher (11). Letzteren sahen wir auch einmal auf einer Nachttour, wie er steif wie ein Plastikvogel auf dem Ast sass, und sich in keinster Weise von uns im Schlaf stören liess, oder stören lassen konnte? Des Nachts konnte man Eulen und Uhu’s in den Büschen sehen, die aber eher schwer zu fotografieren waren. Das ganze Flussufer war mit Seidenreiher übersäht, die jeweils schon bei reichlicher Distanz aufflogen. Zudem konnte man noch mindestens 3 andere Arten von Reiher sehen, die ich aber nicht bestimmt habe.

































Amphibien und Reptilien

Im Schlamm am Fluss beobachtete man in regelmässigen Abständen den monitor lizard (12), der eine lange von bis zu 3m erreichen kann, sehen. Ein bisschen weiter unten oder manchmal im Wasser, lauerten Krokodile (13) auf Affen, die den Fluss überqueren wollten, im Bild ein junges Exemplar. Auf der Nachtwanderung konnten wir Baumfrösche (14) entdecken.























Insekten

Ein Highlight, und ein gelungener Einsatz von meinem Makro-objektiv war die Lantern fly (15), die sich zu dutzenden auf den Büschen versammelten. Ebenfalls nachts konnte man die gut getarnten Blattinsekten (16) entdecken. Daneben gab es zahlreiche Schmetterlinge in allen Farben und vorallem gross, jedoch kaum vor die Kamera zu kriegen. Tagsüber im Wald fand man zwei Arten von ungiftigen Hundertfüsser, den Red borneo centipede (17, hier auf meiner Hand) und den Giant centipede . Wenn man diesen gerieben hat, sonderte er ein Sekret aus, welches zu 100% wie Marzipan roch (irgendwie muss da wohl dasselbe Molekül drin sein, welches diesen Geruch produziert).







































































Alles in allem hatte ich während diesen 3 Tagen die Möglichkeit, soviele Spezies wie noch nie auf einem ziemlich kleinen Fleck zu beobachten. Dies besonders dank unglaublich guten Guides, die einen Affen bei voller Fahrt in einem Baum endecken konnte. Ich würde nicht sagen dass ich ein schlechter Tier-spotter bin, aber ich habe am zweiten Tag aufgegeben, irgend etwas vor unseren Guides zu entdecken. Es ist jedoch auch eine Wahrheit, dass diese prächtige Biodiversität schon bald ein Ende haben wird. Ich möchte doch noch einmal ein Wort über die Palmplantagen verlieren. Diese reichen teilweise bis an den Fluss, und auf der Fahrt zum lächerlich kleinen Naturreservat, dass von Plantagen eingekreist ist, konnte ich ein paar Fotos schiessen um euch das Ausmass der Katastrophe zu verdeutlichen. Dies soll kein Vorwurf an die Bevölkerung sein, die damit ihr Geld verdienen. Einfach schade.


4 Kommentare:

  1. Wow, super Bilder!
    Scheint ja echt eine tolle Tour zu sein die Uncle Tan anbietet. Gibbons z.B. sind ja gar nicht so einfach zu "spotten". Ihre Rufe sind aber wirklich sehr eindruecklich - wenn nicht gar unheimlich!
    Ich hatte auch schon mal das Glueck einen wilden Orang-Utan zu Gesicht zu bekommen. Dies war allerdings auf Sumatra.
    Auf Borneo war ich nur in Sabah, bzw. eigentlich nur wirklich im Kinabalu National Park. Da war es allerdings wirklich traumhaft. Es ist dort allerdings nicht so leicht, Tiere zu beobachten. Dafuer ist die Flora phaenomenal. Es gibt allein in diesem Park angeblich mehr verschiedene Pflanzenarten als in ganz Europa und Nordamerika zusammen!
    Falls Du noch laenger in Sabah bist, kann ich Dir die Tour nur waermstens empfehlen. Vielleicht findest Du ja eine Gruppe von Leuten an die Du Dich ranhaengen kannst um so die Kosten fuer die Besteigung zu teilen.
    Die Nationalparkgebuehr ist - so weit ich mich erinnern kann - gar nicht mal sooo teuer, am meisten wohl der (Pflicht-)Guide, den man sich aber eben teilen kann...
    Kannst ja mal schauen. Aber wenn es sich ergibt: Den Sonnenaufgang auf dem Gipfel und den Blick auf den Dschungel, das Wolkenmeer und den Ozean in der Ferne wirst Du sicher nie mehr vergessen!
    Auf jeden Fall noch viel Spass im Dschungel!

    Beste Gruesse,
    Alex

    Alex

  2. That must have been an exciting four days time witnessing myriads of animals and all this diversity in the vegetation! My admiration goes to harmless colorful birds and the totally sympatisch, huggable anthropoids - are they actually facing extinction in the wild? Not to forget the wired fluorescent fly, posing full of grace and dignity for you. Keep up the good work, the shots look great! (despite your little complaints :))
    And viel, viel Spass for the days to come!

    Lilli

  3. @Alex:Danke für das Kompliment. Ich bin noch nicht zufrieden mit den Bildern aber ich bin erst dabei meine Kamera kennenzulernen. Ja, die Tour ist wirklich zu empfehlen. Ich werde jetzt trotzdem probieren auf den Mt. Kinabalu zu gehen. Ist anscheinend gar nicht so teuer.

    @Lilli: Thanks for the comment and wishes. Unfortunately i think these apes will not make it long in nature anymore, the rainforest here is getting small rapidly.

    Raph

  4. Ich mag dieses Protokoll!

    nannan

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