Xi'an

6:40 AM Friday, March 12, 2010

Xi’an gefällt mir sehr gut. Die Leute sind sehr nett und es gibt eine Unmenge an Sehenswürdigkeiten. Kein Wunder, die Stadt diente von 1000 vor bis 1000 nach Christus und für elf Dynastien als Hauptstadt und bildet somit einen Querschnitt durch den Urprung der chinesischen Geschichte. Den ganzen Tag über war es wunderschönes Frühlingswetter und ich nutzte die Gelegenheit um die Stadt zu erkunden. Zuerst habe ich mir den Glockenturm und den Trommelturm aus der Ming Dynastie (13. Jahrhundert) angeschaut. Danach machte ich einen Spaziergang durch das Moslemviertel von Xi’an welches nördlich vom Trommelturm liegt. Das Quartier, bestehend aus zweigeschossigen Fachwerkhäusern wird von lebendigem Marktleben durchzogen. In den Fussgängerzonen (wo zwar auch Autos fahren), gibt es Leckereien in allen möglichen und unmöglichen Farben, Konsistenzen und Geschmäcker. Am Nachmittag schaute ich mir noch die kleine Wilganspagode aus der Tang Dynastie (700) und die Stadtmauer aus der Ming Dynastie an. Die Stadtmauer ist wohl das prominenteste Bauwerk der Stadt und bildet ein 14 km langes Rechteck dass die Stadt umgibt. Die Parkanlage, die die Pagode umgibt beherbergt ein imposantes Museum über die Geschichte von Xi’an. Es macht den Anschein als könne man hier überall Graben und einen historischen Fund machen. Jetzt weiss ich auch wieso ich andernorts 2000 Jahre alte Töpfereien z.T. im Freien (hinter Gittern) oder hinter einer Ungesicherten alten Glasscheibe ausgestellt sah. Die Artefakten, die das Museum austellt sind nur absolute Topobjekte, und man könnte gut einen Tag darin verbringen. Ich beschränkte mich darauf, flüchtig die Artefakten anzuschauen, die aus der Periode stammen, die ich in meinem Buch schon durch habe.







9 Kommentare:

  1. Irgendwie habe ich immer nur gehört, dass die chinesische Regierung alte Bauwerke und Städte zugunsten von moderner Infrastruktur zerstört (wie z.b. im Tibet). Deine Eindrücke zeigen mir jetzt erst, wir reich die chinesische Kultur noch immer ist und dass offensichtlich doch ganze Altstädte intakt erhalten sind!?

    Noemi

  2. Ich kann mich an deinen Schilderungen und Bildern gar nicht satt sehen und hören. Es ist einfach sehr faszinierend. Die Bilder von den reichen Marktständen lassen mir das Wasser im Mund zusammen laufen und die Schilderung deiner Busfahrt sorgt für entsprechende Heiterkeit. Aber auch eigene Erinnerungen an unsere Reise werden laufend geweckt und aufgefrischt. Ich freue mich immer auf deine Einträge!!

    Unknown

  3. Ich habe bis jetzt nur ein kleiner Teil von China gesehen, aber was ich gesehen habe, entspricht nicht dem was man im Westen zu berichten weiss. Xi'an soll wohl ziemlich mit Smog und Umweltverschmutzung zu kämpfen haben, Vielleicht liegts am Frühling, aber ich habe nicht viel Smog gesehen. Was ich viel gesehen habe ist Abfall, Plastiksäcke in der Umwelt. In den Städten findet aber ein Umdenken statt, und es wimmelt von Mülleimer, mit getrenntem Abfall (etwas das es in der Schweiz immer noch nicht gibt). Die Leute verdienen zwar nicht viel, müssen aber auch nicht viel ausgeben, und ich habe das Gefühl die Arbeitslosigkeit in den Städten ist sehr gering. Es gibt sozusagen keine Bettler auf der Strasse, und das mehr der Leute läuft in moderner, neuster Kleidung herum (Ich fühle mich manchmal underdressed mit meinen Traveller-Kleider. Von Kriminalität ist eigentlich nichts zu spüren, auch nicht von Aggressivität. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren, auch in den Grossstädten mit einer Beneidenswerter Effizienz. Alle Busse sind mit TV-Empfang ausgestattet, so das man die News oder sonstwas schauen kann. Die Städte gleichen, wegen deiner erwähnten Modernisierung, einander schon sehr. Es gibt aber in allen Städten authentische (zwar nicht alte)Quartiere, die sehr individuell sind.Denkmäler werden gut unterhalten und gepflegt. Die Wasser und Strom Infrastruktur ist bis jetzt durchgehend wie bei uns zuhause, kein Vergleich mit zum Beispiel Borneo, oder europäische Grosstädte, wo hauptsächlich moderwasserrinnsal aus der Leitung kommt. Es ist erstaunlich, dass ein solcher Megastaat, der 1/6 der Menschheit beeinhaltet nicht aus den Fugen gerät, ein Rätsel.

    Raph

  4. Danke für eure motivierenden Kommentare!

    Raph

  5. Ach ja, noch eine kleine Anmerkung: Man spürt hier förmlich das China ziemlich bald den weltweiten Takt angeben wird. Das Land ist gross genug, um eine Eigene Dynamik zu entwickeln, unabhängig vom westlichen Einfluss. Es ist aber nicht angsteinflössend, die Entwicklungen scheinen nicht irgendwie gegen den Westen zu sein, sondern , einfach pro China. Die Geschichte mit Google passt da perfekt dazu, die Chinesen sind nicht abhängig von irgenwelchen westlichen wissen-zu-wollen-wie's-richtig-geht, die werden einfach ihr eigenes Ding machen, und dass wahrscheindlich besser. Trotz der modernen Welt hier ist die Neugier und die Hochachtung für den Westen in den Köpfen der Leute present.

    Ach ja Noemi, ich kann mir vorstellen dass ich z.T. die Haare ab meinen Rechtschreibe und Gross/Kleinschreibe zu Berge stehen. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung wie das mit dem Gross und Kleinschreiben funktioniert, ich mach das irgendwie nach Gefühl, bin mir aber bewusst dass mein Gefühl mich manchmal trügt. Auch weiss ich nie wann ich dass und wann das schreiben muss?!?

    Raph

  6. Danke für Deine Ausführungen zu China. Es bestätigt, dass man ein Land nur dann wirklich kennenlernen kann, wenn man es bereist!

    Wenn Du's wirklich wissen willst: "das" ist ein Artikel und ein Relativpronomen. Wenn Du es durch "welches" ersetzen kannst. dann ein "s". "dass" leitet einen Nebensatz ein, wenn Du über etwas im Klaren bist, also: Ich weiss, dass ... ich glaube, dass ... Es ist so, dass usw.
    Aber ganz ehrlich: Mir stehen vor allem die Haare zu Berge, wenn ich im Nachhinein meinen Blog lese (und da haben Leute vom Verlag mitgelesen, DAS ist peinlich) - unterwegs ist das aber sowieso egal - da hat man ja wohl besseres im Kopf als Grammatik.

    Noemi

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    Noemi

  8. Hey, dass ist ja mal ne einfache Regel die ich mir merken kann ;-)

    Raph

  9. Danke - dann war ich vielleicht doch keine so schlechte Lehrerin :-)

    Noemi

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