Kamakura ist eine Stadt, die ungefähr eine Stunde Zugfahrt südlich von Tokyo liegt, und von Tempel und Schreinen nur so übersäht ist. Nach langem hin und her, und einem freundlichen Studenten, der dem Ticketverkäufer mit englisch geholfen hat, gelang es mir, ein Ticket nach Kamakura zu organisieren. Das Wetter war ganz ok, also habe ich mir ein Fahrrad gemietet, um die Kamakura zu erkunden. Die Kirschblüten waren noch nicht soweit wie in Tokyo, dennoch gab es schöne Alleen und Feldwege mit Frühlingshafter Vegetation. Die Tempel und Schreine sind umgeben von wunderschönen Gärten, die die unglaubliche Detailverliebtheit der Japaner wiederspiegelt. Der Unterschied zu China ist frappant, hier sehen die Gärten sogar im Frühling schön aus, alles ist sehr gepflegt, und wo in China zwar die Tempel meistens gut renoviert waren, fehlte es irgendwie am Schliff der Umgebung, um eine wirklich harmonische Atmosphäre zu kreieren. In Kamakura gab es auch einen sehr schönen, grossen Bronzebuddha. Japan steht, vorallem am Wochenende, was Inländische Touristen angeht China in überhaupt nichts nach. Man kann eigentlich kein Foto machen ohne dass andere Leute reinstehen. Die Mentalität der Japaner ist jedoch eine ganz andere, sodass es viel weniger störend wirkt. Ruhe scheint für sie ein extrem wichtiger Punkt zu sein. So wird zum Beispiel im Lift und in der U-bahn nur geflüstert, und in der U-bahn darf nicht telefoniert werden und das Handy muss sogar auf leise geschaltet werden. Sowieso schlafen die meisten Japaner in der U-bahn. Besonders Businessleute sind so übermüdet, dass sie sogar im stehen einschlafen, egal zu welcher Tageszeit.
Den regnerischen Montag verbrachte ich in zwei Museen nahe Romponggi Station. Das Mori Art Museum zeigte eine Austellung zu Streetart, und im National Art Center Tokyo gab es eine zeitgenössische Austellung von japanischen Künstler. Beide Austellungen waren sehr gut, mitunter das beste was ich bisher in einem Museum gesehen habe. Vor dem National Art Center habe ich dann noch ein weiteres japanisches Kuriosum entdeckt. Es gab ein kleines Schirmständerhäuschen. Das funktioniert nur, da alle Japnaer mit für uns unmodernen alten Schirmen rumlaufen, Minis existieren hier nicht. In dem Häuschen gibt es dann Schlösser für jeden Schirm, sodass er nicht geklaut werden kann, was hier sowieso ziemlich unwahrscheindlich ist (siehe Bild). Diese Art von langen, unpraktischen Schirmen scheinen für uns veraltet, aber Japaner achten extrem auf ihren Stil, und ich muss sagen, ein richtiger Schirm zur richtigen Bekleidung schaut einfach sehr gut aus. Die Japaner acheten allgemein extrem auf ihr äusseres.







War gerade 3 Tage in den Bergen ohne Internet, deswegen Blogs mit Verspätung.
Raph April 9, 2010 at 1:53 AM
Tolle Bilder, jaa ich kann sie jetzt auch wieder sehen, Nikola sei dank, er hat eine zwar teure aber doch annehmbare Lösung gefunden.
Japan muss wirklich faszinierend sein, alles hört sich jedenfals erlebenswert an. Bis jetzt habe ich mich noch nie viel um dieses Land gekümmert, aber deine Schilderungen sprechen mich sehr an
Unknown April 9, 2010 at 2:35 AM