Sakura und Arigato

6:44 AM Monday, April 5, 2010

Sakura heisst Kirschblüte, und ist eines der wichtigsten Symbole in Japan. Dies habe ich schon gemerkt, als ich diese Reise geplant habe. Als ich nämlich herausfinden wollte, wann die Kirschblütenzeit ist, sah ich dass es jedes Jahr genauste Voraussagen darüber gibt, wann sie wo ist. Es ist ein Gradient von Süden nach Norden, und wenn sich die ersten Blüten öffnen, dauert es ungefähr noch eine Woche bis der Baum in voller Blüte steht, und nach 2 Tagen fallen die ersten Blüten. Ich habe die perfekte Blütezeit für dieses Jahr und Tokyo erwischt, sie ist zwischen 2-11 April. Man sieht jedoch auch dass nicht alle Bäume in einem Park, oder in einer Stadt zur selben Zeit blühen, es kommt auf den Standort draufan. Die Lieblingsaktivität der Japaner zur Kirschblütenzeit ist Sakura hanami, was soviel heisst wie Kirschblüten betracheten, aber eigentlich geht es darum, ein Tuch unter Kirschblüten auszubreiten, einen riesen Picknickkorb auspacken und mit Freunden Sake (Reisschnaps) trinken. Wie alles in Japan, wird dieser Brauch zum Extrem betrieben und es ergibt eine wunderbare Atmosphäre, wenn man all die Leute unter dem Kirschbaum sieht, und man möchte sich einfach dazusetzen. Am morgen habe ich den weltgrössten Fischmarkt, Tsukiji, besucht; Kota Kinabalu ist nichts dagegen. In einer endlosen Halle läuft man an Ständen vorbei, die Fische und Meeresgetiere in allen grössen und Farben verkaufen. Von knallroten Tintenfische bis Handgrosse Muscheln. Hinter der Halle gibt es dann dutzende von kleinen Sushirestaurants, in denen man das frischeste Sushifrüstück Japans geniessen kann. Am Abend wollte ich dann noch die Kirschblüten im Kaiserpalast anschauen, und wieder erlebte ich eine kleine japanische überraschung. Als ich von der Metrostation an die Oberfläche kam, befand ich mich unter tausenden von Leuten, deren einziges Ziel es war, Kirschblüten zu fotografieren. Dies habe ich schon vorher in der Stadt gesehen, wann immer ein Kirschbaum in der Gegend steht, fanden sich Japaner die Fotos davon schossen.

Ein kleines Wort zu Japaner und ihrer Freundlichkeit. Kurz, die Japaner sind das freundlichste Volk, das ich je gesehen habe. Wann immer man etwas in einem Laden kauft, bedankt sich die Bedienung (von jungen hippen Kleiderladenverkäufer bis zur älteren Bäckersfrauen) mindesten 4-5 mal, mit einem „Arigato gozaimass“, was Danke vielmals bedeutet. Diese Worte werden von einer Verbeugung, die bis zu 5 Sekunden dauern kann, begleitet. Die Freundlichkeit der Japaner hat aber auch ihre Nachteile, nämlich dann, wenn man ihre Hilfe benötigt. Sie sind zu freundlich um zu sagen zu können dass sie kein Englisch können, oder um zu sagen dass sie die Info, die man von ihnen braucht, nicht wissen. So kann es sein das wenn man sie nach dem Weg fragt, sie sagen, follow me, um einen dann etwa 5 Minuten irgendwo hinzuführen, die Karte die man ihnen gegegeben hat zehnmal drehend und ständig den Zielort vor sich hinmurmelnd. Nur um um die nächste Ecke jemand anderst zu fragen, oder nach fünf Minuten, wenn man die Person darauf aufmerksam macht, dass das bestimmt die falsche Richtung ist, zu sagen, i’m so sorry, i can’t help you. Sie geben aber meistens nicht locker, bis sie irgendeine Hilfe in irgendeiner Form geboten haben. Es kam auch einmal vor, dass ein um Hilfe gebetener, der den nächsten für mich um Hilfe gefragt hat, welcher Hilfe bieten konnte, sich 3 mal sehr tief vor dem Helfenden verbeugte, und sich obendrauf noch dreimal bedankte. In den Läden wird man, sobald man eingetreten ist, von weitem begrüsst, und natürlich mindestens zweimal verabschiedet, auch wenn man nichts gekauft hat.








0 Kommentare:

Post a Comment