Yakushima

4:46 AM Friday, April 23, 2010

Yakushima ist eine der nördlichen der Inseln im Süden von Japan und mit dem Boot zwei Stunden südlich von Kagoshima. Die Insel ist die Heimat der Yaku-sugi-Bäume, 3000-7000 Jahre alte Zedern. Ein paar hundert von ihnen, jeder einzelne liebevoll mit einem Namen versehen, stehen im wilden Urwald in der Mitte der Insel, ab etwa 1000 m.ü.M. Unter Locals sagt man, dass es auf Yakushima 35 Tage im Monat regnet, deswegen habe ich in weiser Voraussicht die trockensten Tage der Woche für diesen Ausflug gewählt. So war das Wetter dann, wenn auch flockig bewölkt, trocken und heiter. Nach Übernachtung im Hostel nahm ich am nächsten morgen den Bus in den Nationalpark, und machte mich auf eine 4 Stundenwanderung auf einem der Trails. Diese führte durch Moosbewachsene Steingärten und knorrige Bäume durch den Urwald. Rehe und Affen, welche beide auf dieser Insel keine natürlichen Feinde haben, tummelten sich scheulos neben dem dem Weg. Und dann waren da noch die sehr eindrücklichen, uralten Zedern. Es ist schon ein seltsames Gefühl wenn man neben etwas lebendigem steht, dass schon 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat. Diese Urwaldriesen waren wegen ihres Formates ein bisschen unpraktisch zum fotografieren. Auf dem Gipfel jedoch erwischte ich zwei der zahlreichen Homo Sapiens Japanensis, die, wahrscheindlich als Reaktion auf den Kamerareiz, wie verückt anfingen, ihr Outdoor Outfit zur Schau zu stellen. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber da die gesamte Bergpopulation der ebengenannten Spezies Leggins, Wanderstöcke und Hut trug, wird dies wohl eine Art sein, eine hohe Wandererfahrung zu signalisieren. Wer nach dieser Wanderung nicht gemerkt hat, das „Gonnichiwaa“ soviel wie „Grüezi“ bedeutet, hat definitiv etwas falsch gemacht. 24 Stunden nach meiner Ankunft bekam ich den Inselkoller und nahm die Fähre zurück nach Kagoshima.







5 Kommentare:

  1. Ich hoffe doch sehr, dass Du auch mit Stil den Berg bezwungen und nicht etwa auf Handschuhe, Leggins und Wanderstöcke verzichtet hast ;-)
    Die Wanderung hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Bilder werden wirklich immer besser!

    Noemi

  2. Tolle Bilder, es fehlt nur eines von dir in der besagten Wanderausrüstung, das wäre sicher sehenswert, hihi.
    Die Insel wirkt sehr wild und unbewohnt, ist das so?
    Ich liebe so bemooste Bachläufe, sehen super aus

    Unknown

  3. Wenn ich doch nur vorher gewusst hätte, wie man richtig wandert. Die Insel hat etwa 15000 Einwohner.
    Es gab kein einziges Abfallstückchen auf der ganzen Insel (sowieso wird mir die Schweiz wahrscheindlich schmutzig vorkommen), und die Tiere, obwohl sie keine scheu hatten, sind nicht auf die Idee gekommen zu betteln, d.h. sie wurden noch nie gefüttert. Die Insel ist jedoch so wild, das abseits der Strassen (wenige) und Wege kein durchkommen ist. Du musst dir auch vorstellen dass es auf den 503 km2 mehrere 2000 m Gipfel hat. Die Infrastruktur in den gewohnten Gebieten ist aber nicht so Inselmässig verlumpt, sondern perfekt wie auf dem Festland, ein wirklich komisches Gefühl.

    Raph

  4. Man beachte den verdrehten Fuss von ihm...ich muss jetzt noch schmunzeln wenn ich das Bild sehe.

    Raph

  5. ja ja habe ich auch gesehen, dass ist wirklich zu lustig, überhaupt die ganze Pose, man stelle sich das mal bei uns auf einer Wanderung vor, dass da mit den Kleidern gemodelt wird-haha

    Unknown

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